Forschung

Private Radiostationen weiterhin auf dem Vormarsch

Am Freitag hat Mediapulse die Radio-Nutzungszahlen zum 2. Semester 2016 veröffentlicht. Die Daten aus dem Radiopanel beziehen sich auf die gesamte Radionutzung der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren. Sie gelten als offizielle Schweizer Radiowährung und haben u.a. für die Werbewirtschaft eine hohe Bedeutung.

In allen drei Landesteilen sind die Sender der SRG SSR klar die Marktführer: In der deutschsprachigen Schweiz mit einer Netto Reichweite von 63.7%, in der Romandie mit 64.7% und im Tessin mit 75.9%. Im Vergleich mit dem 2. Semester des Vorjahres haben die öffentlich-rechtlichen Sender in der Deutschschweiz (- 0.76 %) und der Westschweiz (- 1.4%) signifikant Marktanteile an die privaten Sender verloren – in der italienischen Schweiz ist ebenfalls eine Abnahme festzustellen, sie ist jedoch nicht als signifikant einzustufen.

Anzeichen für diese Verluste gab es bereits vor einigen Jahren: Vergleicht man die eben publizierten Radiokennzahlen mit denen des 2. Semesters im 2010 lässt sich bei den privaten Radiostationen schon damals eine minime, aber stetige Zunahme des Marktanteils und der Hördauer feststellen. In der Deutschschweiz beläuft sich deren Zuwachs seither auf 2.13%, in der Westschweiz auf 3.78% und im Tessin haben die privaten Sender beachtliche 7.88% zugenommen. Der Marktanteil der ausländischen Radiostationen stagniert in allen Sprachgebieten auf einem konstanten Level.

Wer die durchschnittliche Hördauer genau betrachtet, wird keine signifikante Veränderung im Vergleich zum 2. Semester 2015 bemerken. Im Langzeitvergleich zeigt sich jedoch in allen drei Sprachregionen ein Rückgang der täglichen Hördauer: In der deutschsprachigen Schweiz liegen die Werte bei minus 16 Minuten (vgl. 2. Semester 2016 vs. 2. Semester 2010), in der französischsprachigen Schweiz bei minus 15 Minuten und in der italienischsprachigen Schweiz bei minus 19 Minuten. Nach wie vor hören aber 86.7% der Deutschschweizer, 82.7% der Westschweizer und 88.7% der Tessiner täglich Radio – dieses Medium bleibt sehr beliebt.

Die Studie zeigt auch, welche Radiostationen Marktanteile gewonnen und welche verloren haben. Signifikant zulegen konnten die privaten Radiostationen Radio Central, Radio Rottu, Rouge FM und das Tessiner Radio 3i. Radio Energy kann seine Stellung als meist gehörtes Privatradio in der Deutschschweiz seit dem 2. Semester 2015 halten. Marktanteile verloren, haben hingegen die öffentlich-rechtlichen Stationen SRF 1, SRF 3 und Radio Swiss Pop sowie die privaten Radios Argovia, Energy Basel und Radio Munot.

Quelle: Mediapulse Radiopanel