Programmatic Day 16

Am 9. November wurde in Zürich zum PAD16 geladen. PAD steht für Programmatic Advertising Day und ist die Konferenz, welche die wichtigen Player im Bereich des automatisierten Mediaeinkaufs, -Verkaufs und Technologie zusammen bringt.

Mediaschneider war zweifach involviert: Philipp Semmler und Moritz Schneider standen im Buyer Track als Referenten auf der Bühne. Dominik Steiner, Salome Ulrich, Celina Bernasconi und Kevin Köchli besuchten verschiedene Referate und haben ihre Erfahrungen und Erkenntnisse für unseren Blog festgehalten.
Wir wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre und freuen uns auf weiteren Austausch zu diesem zukunftsträchtigen Thema.

 

PAD 16 – Andreas Rau – Programmatic Creativity (Autor: Kevin Köchli)

 

PAD 16 – Tobias Zehnder – Die Vermessung der Werbe-Welt (Autor: Dominik Steiner)

 

PAD 16 – Remo Baumeler & Juan Fernando Barón – AdBlocking: Mögliche Strategien für Publisher (Autorin: Salome Ulrich und Celina Bernasconi)

 

PAD 16 – Philipp Semmler & Moritz Schneider – Wir irren uns empor – Die Wirklichkeit im Programmatic Advertising (Salome Ulrich)

von

PAD 16 – Andreas Rau – Programmatic Creativity

Von Kevin Köchli

Andreas Rau (Agency Business Lead, DACH) verdeutlichte in seinem Vortrag als erstes die Wichtigkeit der drei Pfeiler Mobile, Daten und Automatisierung für den Erfolg aktueller Unternehmen. Als Beispiele dafür stehen Uber, das weltweit grösste «Taxi»-Unternehmen, das kein einziges Auto und Airbnb, das grösste «Hotel»-Unternehmen, das kein einziges Bett besitzt. Aber auch die zwei grössten Handelsunternehmen gehören hier erwähnt: Amazon und Alibaba besitzen keine eigenen Ladengeschäfte.

Diese Beispiele zeigen, dass erstens die Menschen sehr mobil geworden sind und wir zweitens ausreichend Daten sammeln können, um mit dieser Mobilität umzugehen. Das heisst auch, dass Businessmodelle mit wenig Manpower skaliert werden können: Es braucht keine physischen Ressourcen mehr, um ein Geschäft zu automatisieren.

bild-1-programmatic-creativity

 

Der Markt ist entsprechend sehr schnelllebig geworden. Auch ein grosser Player wie Facebook muss sich konstant weiterentwickeln, um seine Marktposition beizubehalten. Für Agenturen bedeutet dies hoher Wettbewerbsdruck, weil immer wieder neue Konkurrenten, insbesondere im Technologiebereich, auf den Markt drängen.

 

bild-2-programmatic-creativity

 

 

Auch der Anspruch an die Werbung steigt: Für den mobilen Menschen sind Smartphones sind zu einem sehr persönlichen Gerät geworden. Die Werbung muss daher immer exakter auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten sein.

Bei Facebook heisst das, dass die User zu Publishern werden und Werbung daher stets mit Inhalten von Freunden und Communities in Konkurrenz steht. Es stellt sich also die Frage, wie ein Werbetreibender seinen Inhalt ausreichend relevant gestaltet, um die gewünschte Aufmerksamkeit zu erreichen.

Eine bewährte Methode, um eben diese Relevanz zu erreichen, ist die Segmentierung und sequenzielle Schaltung von Botschaften über Werbemittel, die exakt auf die Zielgruppe abgestimmt sind. Andreas Rau hat dazu den Case des Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen Tchibo präsentiert: Die Zielgruppen wurden anhand des Nutzerverhaltens definiert. Diese Gruppen wurden dann mit Creatives bespielt, die exakt für diese Nutzer relevant sind.

Das sequenzielle Schalten verschiedener Botschaften ist ein weiteres Mittel, um Relevanz zu schaffen. Das heisst zum Beispiel, dass eine Verkaufsanzeige einem Nutzer nur ausgespielt wird, wenn er vorab das Video oder das Foto Ad gesehen hat und der Wiedererkennungseffekt entsprechend hoch ist.

bild-3-programmatic-creativity-png

 

Der Link zur gesamten Präsentation (Quelle Bilder):

https://yoveotv.ch/wirtschaft-politik/Business/pad-16-programmatic-creativity

 

Autor: Kevin Köchli

 

von

Tobias Zehnder – Die Vermessung der Werbe-Welt

Von Dominik Steiner

 

Tobias Zehnder, Partner und Co-Founder der Webrepublic AG, beschreibt zu Beginn seines Referates zwei User mit einem sehr ähnlichen Profil:

Männlich, 1968 geboren, zum zweiten Mal verheiratet, zwei Kinder, sehr reich, fährt gerne in die Schweiz zum Skifahren.

Dieses Userprofil trifft auf Prinz Charles ebenso zu wie auf Ozzy Osbourne.

Worauf Tobias Zehnder hinweisen wollte: Programmatic Advertising sowie verschiedene Tracking-Instrumente ermöglichen heute, die User genauestens zu beschreiben. Aber das Beispiel zeigt, dass auch ein noch so fokussiertes Targeting keine Garantie für die Zielgenauigkeit einer Werbekampagne ist.

Grosse Datenmengen erhöhen selbstverständlich das Innovationspotential und die Analysemöglichkeiten, der Hauptgrund, warum überhaupt so viele Daten gesammelt werden. Tobias Zehnder rät, sich von den Datenpools nicht beirren zu lassen, aufgrund der grossen Menge sind die Möglichkeiten entsprechend unendlich. Mehr Daten führen aber nicht immer zu erfolgreicheren Kampagnen, auch wenn es auf den ersten Blick danach aussehen mag.

Für ein wirksames Online-Tracking, der Referent nennt es „das Stiefkind der Werbebranche“, empfiehlt er:

  1. Conversions entlang des User Funnel messen

On-site Analyse-Tools bieten viele Möglichkeiten, den User im Rahmen des Costumer Journeys zu tracken, um damit seine Absichten besser zu verstehen. Der User Funnel wird dabei am besten in SEE (Awareness) THINK (Consideration) und DO (Action) unterteilt.

 

  1. Custom Variable ist der neue beste Freund

Ein Tracking muss sauber implementiert werden, damit es aussagekräftige Daten liefert. Diese Planung geht häufig vergessen, in der Konsequenz wird dann mit den immer gleichen, allgemein gehaltenen Variablen gearbeitet. Mit individuellen Variablen lässt sich viel mehr herausholen.

 

  1. Cross-Channel Insights dank einheitlichem Tracking

Wichtig ist, dass für eine Kampagne auch ein einheitliches Tracking installiert wird. Damit werden Cross-Channel Insights viel aussagekräftiger.

 

  1. Remarketing für einzelne User optimieren

Der User und nicht die Marketingstrategie bestimmt, wo er auf seinem Weg zur Conversion steht.

 

  1. Kontaktoptimierung

Wichtig ist, dass beobachtet wird, wie oft der User angesprochen werden muss, damit er optimal konvertiert. Es gilt auch, besonderes Augenmerk auf die maximale Anzahl Kontakte zu richten.

 

  1. Impact auch ausserhalb des Adservers messen

Obwohl es bequem ist, das gesamte Tracking mit einem Tool zu machen, lohnt es sich, immer wieder andere Informationen hinzu zu ziehen, da diese zusätzliche Insights liefern, zum Beispiel die Brand Lift Studie).

Meine Erwartungen an die Präsentation von Tobias Zehnder waren sehr hoch, allein schon wegen des imposanten Titels. Ich hatte mir eine Übersicht zum aktuellen Stand des Online-Trackings erwartet und wunderte mich entsprechend etwas, dass der Fokus sehr bald auf den technischen Möglichkeiten zur Kampagnenoptimierung lag, was natürlich dazu passte, dass die Veranstaltung im Tech Track lag. So ging ich zum Schluss zufrieden und mit konkreten Tipps nach Hause.

 

 

Der Link zur gesamten Präsentation:

https://yoveotv.ch/wirtschaft-politik/Business/pad-16-tobias-zehnder-die-vermessung-der-werbe-welt

 

Autor: Dominik Steiner

von

Remo Baumeler & Juan Fernando Barón – AdBlocking: Mögliche Strategien für Publisher

Von Salome Ulrich

„Adblocking“ ist aktuell ein vieldiskutiertes Thema. Remo Baumeler (Managing Director Audienzz) und Juan Fernando Barón (Chief Digital Officer Ringier) haben am Programmatic Day 2016 aufgezeigt, wie Publisher damit umgehen können.

Eine Herausforderung in dieser Thematik ist u.a., dass die Messungen der Adblocking-Raten nicht vergleichbar sind, weil sie mit verschiedenen Tools berechnet werden. Als Beispiel wurden Zahlen von nzz.ch präsentiert:

Für Desktop-Geräte wird eine Adblocking-Rate von ungefähr 12% kommuniziert, für Mobile liegt sie bei weniger als 1%.

 

Die beiden Referenten stellten zudem vor, welche Optionen es aktuell gibt, um Adblocker zu umgehen:

Circumvention

Die Ads werden trotz installiertem Adblocker angezeigt. Es gibt verschiedene Anbieter auf dem Markt, welche immer neue Technologien dazu präsentieren (müssen). Dies führt zu einem „Katz- und Mausspiel“ zwischen Usern mit installiertem Adblocker sowie den Anbietern der entsprechenden Technologien (z. B. Addefend, Counterblock).

Contentblocking

Bei Usern, die einen Adblocker installiert haben, wird kein Content angezeigt. Diese Lösung nutzt zum Beispiel bild.de. Rechtlich wird dieses Vorgehen kritisch beurteilt, zudem führt es zu einem Reichweiten- und Trafficverlust.

Consumer Messaging

Ein Infobalken bittet die User darum, den Adblocker zu deaktivieren. Audienzz hat dieses Vorgehen auf nzz.ch getestet – ohne Erfolg wie Remo Baumeler berichtet: Es konnte kein Rückgang von Adblocking verzeichnet werden und auf Facebook ging ein Shitstorm dazu los.

Whitelisting

Bei statischen Bild- und Textanzeigen kann der Publisher den Anbieter der Adblocking-Technologie dafür bezahlen, dass seine Ads trotz Adblocker angezeigt werden. Der Publisher macht sich damit aber von den Adblocking-Anbietern abhängig und unterstützt mit seinen Zahlungen zusätzlich deren technische Weiterentwicklung.

 

Abschliessend kann festgehalten werden, dass Audienzz eine ganzheitliche Branchenlösung anstrebt und aktuell auf weitere Massnahmen verzichtet, insbesondere da die aktuellen Optionen suboptimal sind. Der Fokus wird auf alternative Werbemöglichkeiten, z. B. Native Advertising, gelegt, um die grundlegende Herausforderung von Adblocking in den Griff zu bekommen.

Ringier führt im 2017 auf blick.ch ein Dreistufen-Modell ein. Dieses bietet dem User die Möglichkeit, die Menge an angezeigter Werbung individuell festzulegen. Dieses dreistufige Modell beinhaltet nebst zwei kostenlosen Optionen auch ein werbefreies Abo.

Der Link zur gesamten Präsentation:

https://www.slideshare.net/secret/1OZDwY2u8L2HW2

 

Autor: Salome Ulrich

von

Philipp Semmler & Moritz Schneider – Wir irren uns empor – Die Wirklichkeit im Programmatic Advertising

Von Salome Ulrich

 

Die HOY AG, Silbersponsorin und Vertreterin des PAD16 OK, war im Buyer Track vertreten. Philipp Semmler, CEO und Moritz Schneider, CTO der HOY AG haben in ihrem gemeinsamen Referat das Augenmerk auf die nach wie vor bestehenden Kinderkrankheiten des Programmatic Advertising gelegt.

Philipp Semmler startete mit einer der grössten Herausforderungen im Programmatic Advertising: Die Suche nach qualifiziertem Personal. Mangels einer spezifische Aus- oder Weiterbildung agieren Agenturen, Publisher sowie Advertiser weiterhin nach dem Prinzip „Learning by doing“. Wir irren uns also gemeinsam zu einem stringenten und erfolgreichen Programmatic Advertising empor.

Um als Agentur erfolgreich im Markt bestehen zu können, so die Referenten weiter, seien zwei sich gegenüberstehende Säulen unabdingbar:

Investition in die beste Technologie

Dazu gehört insbesondere Fachwissen über Brand Safety, eine sorgfältige Auswahl einer DSP (Demand Site Plattform) und des Adservers sowie verwendbare 1st, 2nd und/oder 3rd Party Daten.

Investition in das beste Personal

Auf der personellen Seite sind sowohl Ad Operators (Buying und Optimierung einer RTB-Kampagne auf der DSP) als auch Campaign Manager (technische Aufsetzung im Adserver) elementar. Weiter überprüfen Dealmanager die laufenden Deals und sind in Kontakt mit Publishern, um neue aufzusetzen.
Die Spezialisten für Brand Safety und Adfraud, sie beobachten laufende Kampagnen und das Inventar auf dem Markt, nehmen an Wichtigkeit zu.
Die richtige Technologie und das beste Personal bilden die Basis. Wichtig ist aber ebenfalls, wie dann die vorhandenen Targetings und Umfelder gehandhabt werden. Die Möglichkeiten im Programmatic Advertising scheinen endlos, aber häufig scheitern Agentur am scheinbar Einfachsten:

Wenn Publisher die URLs nicht weitergeben, wissen Agenturen auf welcher Site der Traffic ausgeliefert wird. Dies ist aktuell bei rund 18% des Traffics der Fall. HOY versucht, wo immer möglich, diesen Traffic zu umgehen.

Der Anteil des Traffics, der keinem Carrier (Netzbetreiber oder Internetanbieter wie z. B. Swisscom) zugeordnet werden kann, liegt bei über 20%. Bei soziodemographischem Targeting sieht es noch schlechter aus: Je nach Exchange liegt der Anteil der Altersklassen, die nicht zugeordnet werden können, zwischen 34% bis 99%. In Bezug auf das Geschlecht des Users sieht es nur minimal besser aus.

Die Cookie-basierte Reichweitenmessung ist ein Problem, das nicht nur im Programmatic Buying auftaucht. Diese Methode der Reichweitenmessung, stellt jedes der Geräte (in der Schweiz 3,4 Geräte/Person) als eigenständigen User dar. Das führt zu einem viel zu tiefen OTS und einer viel zu hohen Reichweite.

Das neue Cross-Device Tracking von Doubleclick verspricht, dieses Problem in den Griff zu bekommen. HOY hat mit diesem neuen Messsystem bis zu 3,3-mal tiefere Reichweiten gemessen, was wiederum, wie in der klassischen Reichweitenmessung, zu einem viel höheren OTS führte.

 

Allen Herausforderungen zum Trotz lässt sich zusammenfassend sagen, dass mit der richtigen Technologie, gutem Personal sowie unter Einbezug von geopolitische Gegebenheiten oder dem Wetter und mit der richtigen Strategie inklusiver klar definierten KPIs mit Programmatic Advertising viel erreichen lässt.

 

Aus dem Nähkästchen geplaudert

Nahezu die Hälfte des Aufwands entfällt bei HOY auf die Optimierung und Aufsetzung von RTB-Kampagnen, während ein Drittel für das Deal-Management aufgewendet wird. Das Thema Brandsafety ist auch in der Schweiz aktuell und beschäftigt HOY zu rund 20%. Das Schlusslicht bildet der einzige „vermeidbare“ Posten: das Issue Tracking. In rund 7% der Zeit werden Technologiefehler ausfindig gemacht und ausgemerzt.

Ebenfalls interessant ist der Wandel vom Open RTB zu Private Inventar. Während Ende 2015 bei HOY noch rund 2/3 des Budgetanteils über Open RTB ausgeliefert wurde, zeigt sich heute ein gegenteiliges Bild: 2/3 des gesamten Programmatic Volumens wird über Private und Guaranteed Deals abgewickelt.

Der Link zur gesamten Präsentation:

https://yoveotv.ch/wirtschaft-politik/Business/pad-16-wir-irren-uns-empor-die-wirklichkeit-im-programmatic-advertising

Autorin: Salome Ulrich

von

Die Radiolandschaft befindet sich im Umbruch

Fortschreitende technologische Entwicklungen, hohe Anforderungen auf Agentur- und Kundenseite sowie erzielte Learnings aus der TV-Messystemumstellung im Jahr 2012 führten dazu, dass die Interessengemeinschaft elektronischer Medien IGEM das Projekt ExplorRadio ins Leben gerufen hat und im Rahmen eines Infolunches bei der Goldbach Media in Küsnacht Interessierte aus der Branche über das Projekt informierte.

Der Geschäftsführer der IGEM Ueli Custer eröffnete die Veranstaltung mit einer kurzen Einführung und übergab den Referenten Franz Bürgi (Geschäftsleiter der Mediapulse AG) und Caroline Kellerhals (Studienleiterin ExplorRadio und Head of Research Mediapulse AG) das Wort. Die Referenten zeigten auf, wo das Projekt heute steht und mit welchen Herausforderungen die Währungsumstellung konfrontiert wird.

Die Umstellung behält vorerst viel Bewährtes aus der sogenannten ersten Generation: Unter anderem wird das Audiomatching mit der Mediawatch und die hohe Datengranularität genannt sowie die Messbarkeit aller referenzierbarer Audio-Inhalte. Die Neuigkeiten im Rahmen der zweiten Generation betreffen auch die Mediawatch: Diese kommt in einem moderneren und eleganteren Gehäuse daher mit dem Ziel, die Akzeptanz bei den Panelisten zu erhöhen. Die Stichprobe wird zudem verdoppelt – das Preismodell wird daher angepasst. Im gleichen Atemzug wurde betont, dass die Preisanpassung nicht in substanzieller Höhe sei, sondern wird sich an den heutigen Preisen orientieren.

Eine zentrale Erneuerung ist die schnellere Datenverfügbarkeit: Mithilfe einer Dockingstation ist nun ein täglicher Datentransfer möglich. Bisher, in der ersten Generation, wurden die digitalen Informationen auf dem Uhr-Chip gespeichert und nach zwei Wochen ins Labor retourniert. Die neue Technologie führt somit zu kürzeren Auswertungsintervallen und schnellere Datenverfügbarkeit.

Neu ist auch die Kopfhörernutzung-Messung: Das Messen wird durch eine Ad-hoc Befragungen abgelöst. Diese soll den Panelistenaufwand verringern und wird als kosteneffizientere Lösung erachtet.

Die Umstellungsphase wird sich über mehreren Jahren erstrecken (mindestens 2019) und die noch zu bewerkstelligen Aufgaben sind anspruchsvoll und breit gefächert. Das neue Messsystem wird ab 01.07.2017 parallel mit dem aktuellen System laufen und im Anschluss dieses Parallelbetriebs wird am 01.01.2018 die Währungsumstellung definitiv eingeführt. Die Publikationen des ersten Semesters werden per Juli 2018 erwartet. Für die Anwender der neuen Auswertungssoftware EvoRep werden vor der definitiven Umstellung Schulungen angeboten.

Im Februar 2017 findet der nächste IGEM-Event statt bei dem über die abgeschlossenen und kommenden Projektschritte von ExplorRadio informiert wird.

Alle Informationen zu den Veränderungen des Mediapulse Radiopanels sind hier abrufbar: www.explorradio.ch

 

Autor: Serafina Dima

von

Teads Video Summit

Mediaschneider folgte am 5. Oktober 2016 der Einladung von Teads Schweiz zu ihrem ersten Schweizer Video „Summit“ in den Räumlichkeiten des Auras in Zürich.

Wir waren gespannt auf die verschiedenen Branchenkenner und die angekündigten Podiumsdiskussionen, welche Teil des Nachmittagsprogramms waren. Vor dem Start des Programms stärkte sich die Branche vorerst bei einem feinen Stehlunch.

Der Co-Founder und Executive Chairman Pierre Chappaz eröffnete als erster Sprecher den Nachmittag. Vorgestellt wurden die Neuheiten im Bereich Video und Teads, wie zum Beispiel das neue 360° inRead Video für Mobile. Mit Blick auf Video-Integrationen im Bereich Social-Media haben Studien gezeigt, dass ein User bei Facebook 50% schneller scrollt als auf Website. Dies vor allem auf News-Plattformen.

Viel diskutiert wurde über das Thema AdBlocker, seine Gefahren und die daraus resultierenden Möglichkeiten, wie auch über die Unsicherheit in Bezug auf die Zukunft, die das Thema mit sich bringt. Es hat sich herauskristallisiert, dass vor allem Publisher und Agenturen dies als grosse Gefahr wahrnehmen, auf Kundenseite sich diese Bedrohung allerdings in Grenzen hält. Gemäss Christian Aichhorn (Head of Digital Marketing & Social Media, UBS) stelle der AdBlocker für sein Unternehmen kein grosses Problem dar. Aus seiner Sicht müssten vor allem die Publisher das Thema aufmerksam verfolgen. Paul De La Nougerede (The Telegraph), Aniq Rahman (MOAT), Mike Dinorscio (Appnexus) wie noch weitere Sprecher ergaben miteinander eine gute und spannende Diskussion.

Hauptthema nebst AdBlocking war unter anderem der Inhalt der Creatives. Content ist wesentlich, wichtiger ist aber Context. Das heisst die Creatives müssen hinsichtlich des Kanals und der Formate optimiert werden.

In der Pause wurde Kuchen und Kaffee angeboten. Wer noch Lust auf ein kleines Abenteuer hatte, konnte sich die VR Brille anziehen, auf den Rennfahrersitz sitzen und einen animierten Werbeclip von TAG Heuer anschauen.

Der Abschluss der Nachmittagsdiskussionen gestaltete Mediaschneider mit Moritz Schneider. Mit dabei waren unter anderem Vertreter von TAMEDIA, AEGIS und Appnexus. Diskutiert wurde über den programmatischen Einkauf von Video Inventar und über die daraus folgende Problematik, sowie über die Bedürfnisse und Wünsche auf Agentur- und Kundenseite.

Die Veranstaltung bot die Möglichkeit, interessante Diskussion zu verfolgen und zukunftsweisende Technologien kennen zu lernen. Bevor wir uns jedoch Gedanken über die Zukunft machen, sollten wir zuerst die aktuelle Technologie verstehen.

von

Die neuen Wemf-Leserzahlen sind da!

Im gewohnten Halbjahresrhythmus sind heute die aktuellen Leserschaftsdaten der MACH BASIC erschienen.

Einige Titel konnten ihre Position halten, das Gros allerdings verliert leider weiterhin an Leserschaft.

20 MINUTEN ist trotz Reichweitenrückgang nach wie vor die meistgelesene Tageszeitung der Schweiz. Allerdings zeigt die Studie Total Audience auf, dass eine bedeutende Verschiebung in die digitalen Kanäle stattfindet.

Signifikant an Reichweite verloren haben in der Deutschschweiz die SCHWEIZER ILLUSTRIERTE und die BLICK-Titel; dagegen hält erfreulicherweise die Erfolgsgeschichte der LANDLIEBE weiter an.

In der Westschweiz konnten sich zahlreiche Titel stabilisieren oder sogar etwas an Leser gewinnen, darunter gehören L’EXPRESS, LA LIBERTÉ und LE TEMPS.

Signifikante Einbussen hingegen mussten LE MATIN DIMANCHE, LE MATIN und 20 MINUTES hinnehmen.

Die Tessiner-Titel zeigen ein erfreuliches und stabiles Bild: 20 MINUTI konnte sogar 2.1 Prozente Reichweite dazu gewinnen.

Gar nicht mehr erhoben sind die Titel Teleclub, Auto-Illustrierte, Moto-Sport, Töff, Vinum und Bolero D&F (ehemals Edelweiss in der französischen Schweiz).

Im Frühjahr 2017 wird als Zwischenauswertung die neue WEMF-Leserstatistik erscheinen; wir werden gespannt die Entwicklung der Titel weiterverfolgen.

Autoren: Laurence Saas, Beratungsgruppenleiterin / Serafina Dima, Analyse & Insights

von

Startup Learnings von Soundwave (heute Spotify) und Shazam

Zwei Keynotes an der diesjährigen Konferenz wurden von Speakern aus der digitalen Musikbranche gehalten.

Zuerst war am Donnerstagvormittag Craig Watson (Product Manager Spotify) dran. Er hat von seinen Learnings in gescheiterten Startups berichtet, um dann aufzuzeigen, wieso das Soundwave mit der Idee des “Music Social Network” funktioniert hat.

Soundwave wurde anfangs 2016 von Spotify übernommen, wo die wichtigsten Features nun unter der Leitung von Craig Watson in die Spotify Apps integriert werden. Interessant waren seine Ausführungen über die Vereinbarkeit von Musik-Geschmäckern und die damit verbundenen Herausforderungen. So hat angeblich jeder in seinem Freundeskreis maximal zwei Personen, mit welchen er den Musikgeschmack weitgehend teilt. Dafür kann Musik auch verbinden, was bei Soundwave Nutzern sogar bis hin zu Hochzeiten geführt hat; entstanden über den gemeinsamen Musikgeschmack.

Pitfall of being a large company is that it can be too monolithic and waterfall-like. While big companies have the advantage of having scale, they’re at risk of lagging behind in product discovery because they’re not as agile.” (Craig Watson)

Der zweite Vertreter aus der Musikbranche war Philip Inghelbrecht, Mitgründer von Shazam. Was viele nicht wissen ist, dass es Shazam bereits seit einer Ewigkeit gibt. Gegründet in der wilden Zeit der Dotcom Blase ist der Service für viele heute nicht mehr wegzudenken. Die Lancierung des iPhones und der damit verbundene Aufstieg von App-fähigen Smartphones hat den Durchbruch für Shazam bedeutet. Davor musste die Music-Discovery Firma jedoch fast zehn Jahre lang auf tiefem Niveau durchhalten. Die älteren Leser erinnern sich vielleicht noch an die Zeiten, als man Shazam mit der “Telefon-App” anrufen musste, und dann per SMS den identifizierten Titel zugeschickt erhalten hat.

Seine Kernpunkte:

Lesson 1: Pursue the hard problems with simple solutions (in 2000)
Ask: Am I truly pursuing the hard problems or should I do better?

Lesson 2: Thing big(ger)!
Ask: Am I thinking big enough? You have to even think a little arrogantly.

Lesson 3: Rejection & motivation
Ask: Am I embracing rejection?

Lesson 4: Keep the lights on
Ask: Am I being frugal?

Lesson 5: People matter the most.

Autor: Sandro Feuillet, Ad Operations / Technology, Hoy AG

von

Changing the Conversation as Brands Become the Experience

„Disruption“ ist das am meisten genutzte Buzz-Wort vom letzten Jahr. Technologie verändert das Konsumenten-Verhalten, nicht aber deren Bedürfnisse. Und Virtual Reality verändert unser Verhalten. Der Digitale Prophet David Shing spricht am 1. Digital Festival in Zürich über die Veränderungen aufgrund der Digitalisierung und was uns in Zukunft in Bezug auf die Markenführung noch erwartet.

Stimmt, das Wort „Disruption“ habe ich auch schon sehr oft gehört, wobei ich dachte, dass „Digitalization“ öfter vorkam. David Shing sagt dazu: „Don’t wait for disruption to happen. You have to evolve and disrupt yourself.“

Technologische Innovationen beeinflussen das Konsumenten-Verhalten

Ein gutes Beispiel für „Disruption“ ist Amazon oder Netflix und wie sie die Unterhaltungs-Industrie signifikant beeinflusst haben, indem sie mit ihrem Business-Modell die Art und Weise verändert haben wie Kunden zu Inhalten kommen, welche von den Werbenden monetarisiert werden. Oder wie Smartphones mit Touchscreens die herkömmlichen Handys mit Tastatur ersetzt haben. Diese Entwicklung beeinflusst die Technologie stark. David Shing sagt dazu, dass Technologie das Konsumenten-Verhalten verändert, nicht aber die Bedürfnisse. Erfolg bedeutet, die Bedürfnisse zu verstehen. Käufe werden infolge von emotionalen Entscheidungen getätigt. Wir verkaufen somit ans Herz und argumentieren zum Kopf.

Der Mensch verlangt nach gutem Content

Was bedeutet das nun? Dass guter Content ausschlaggebend ist, um die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu erlangen. Das will der Mensch. Guten Content. Es geht um gute Ideen. David Shing hat ein tolles Beispiel vom US-amerikanischen Versicherungsunternehmen Geico gebraucht:

Was man hier will, ist doch nur dem Hund zuschauen wie er die Spaghetti auffrisst, während der Vater die Augen bewegt. Die Brand ist hier während mehr als drei Minuten präsent. Unglaublich witzig und catchy! Wichtig ist es die Inhalte auf die Formate der heutigen Geräte masszuschneidern. Wenn der TV-Spot funktioniert, heisst es nicht, dass der gleiche Inhalt auf dem Smartphone den gleichen Effekt hat.

Spannend finde ich die Aussage von Mr. Shing, dass jedes Mitglied unseres Publikums ihr eigenes Publikum hat. Es gilt die richtigen Beeinflusser rauszupicken und sie zu Markenbotschaftern zu machen. Die sozialen Medien beweisen, dass die Marke nicht mehr dem Unternehmen gehört, sondern dem Publikum. Es wird geshared was das Zeug hält. Aber natürlich nur, wenn der Content stimmt.

Wearable Web und Predictive Data

Der Trend geht zukünftig in Richtung „wearable web – smaller screens“. Überall wird Intelligenz eingebaut, wie z.B. im Contactless power suit, wo im Ärmel des Anzugs ein kontaktloser Zahlungs-Chip eingenäht ist.

Bis jetzt ging es um Big Data, nun sind wir bei Smart Data angelangt. In Zukunft werden Daten unsere Kristallkugel sein. Das bedeutet aber auch effizientere Kontrollmechanismen und -Tools.

Abschliessend zwei Quotes von David Shing:

„Don’t celebrate stuff that wins. Sooner you fail, the quicker you get to succeed.“

“If you obey all the rules you miss all the fun.“

Autorin: Martina Garcia, Mediaberaterin Mediaschneider

von