Mediaschneider in Zambia

Seit nunmehr vier Jahren engagiert sich Mediaschneider in Zusammenarbeit mit der Entwicklungsorganisation B360 mit Manpower und Know-how an der Universität von Zambia (UNZA). Ein Reisebericht.

Die Reise

In der Schweiz ist es nasskalt und grau, als wir mit vollen Koffern am Flughafen Kloten in den Flieger steigen. Die Reise führt uns über Johannesburg nach Lusaka, die Hauptstadt von Sambia. Sambia hiess vormals Nordrhodesien und ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika. Er grenzt an Angola, die Demokratische Republik Kongo, Tansania, Malawi, Mosambik, Simbabwe, Botswana und Namibia. Der Name leitet sich vom Fluss Sambesi ab. Sambia wurde am 24. Oktober 1964 vom Vereinigten Königreich unabhängig.

Als wir ankommen, scheint die Sonne und die Temperatur liegt bei angenehmen 27 Grad. Wir fühlen uns, als wären wir nach Hause gekommen. Für uns ist es nicht das erste Mal in diesem wunderbaren Land. Alte Freunde begrüssen uns am Flughafen. Youngson, „the suit and tie guy“ Ndawana, nimmt uns herzlich in Empfang. Youngson ist der Hauptverantwortliche an der Universität UNZA für unser Projekt, welches in diesem Jahr unter einem etwas schwierigen Stern steht.

 

Die Politik

Als wir ankommen, ist die Universität geschlossen. Grund dafür sind Studentenaufstände. Es ist Wahljahr in Sambia. Konkret geht es dabei darum, dass den Studenten das ihnen zur Verfügung stehende Geld für Essen verweigert wurde. Das ist insofern sehr problematisch, als sehr viele Studenten von diesen Zuschüssen leben. Es handelt sich um rund 50 Franken pro Monat. Das Aussetzen der Zahlungen hat für grossen Wirbel gesorgt und mündete in einem zweitägigen Protest gegen die Regierung und deren Praxis. Die Reaktion der Regierung auf die Proteste scheint für Schweizer Verhältnisse absurd. Die Universität wurde kurzerhand auf unbestimmte Zeit geschlossen und sämtliche Studenten exmatrikuliert. Die Studenten wurden gezwungen, das Areal binnen 6 Stunden zu verlassen. Das ist dramatisch, weil ein Grossteil der Studenten auf dem Campus wohnt und von sehr weit weg stammt. Die Schliessung der Universität in Kombination mit der Aussetzung der Zuschüsse stellt für viele Studenten ein ernsthaftes Problem dar. Essen und Schlafen sind von heute auf morgen nicht mehr garantiert.

 

Der Enthusiasmus

Nichtsdestotrotz hat es das Department of Masscommunication an der UNZA fertiggebracht, 27 Studenten aus dem 3. Jahr für das Projekt zu begeistern. Somit kann der Unterricht trotz äusserer Widrigkeiten pünktlich starten. Dass alle Studenten freiwillig teilnehmen, sollte sich als grosser Glücksfall erweisen. Wir treffen auf hochmotivierte und aufgeschlossene junge Menschen – Persönlichkeiten mit Visionen für ihr Land und ihre Zukunft.

 

Das Projekt

Der Fokus unserer Arbeit teilt sich in vier Hauptbereiche: erstens die Modernisierung der vor rund 4 Jahren erstellten Online-Zeitung lusakastar.com, zweitens das Training der Studenten auf dem neuen Publishing System, drittens die Theorielektionen über History of the Internet, Writing for the Web und Social Media und viertens die verschiedenen Workshops mit dem Ziel, den angehenden Journalisten professionelle Projektmanagement-, Analyse- und Publishing-Skills für digitale Projekte mitzugeben.

 

Wir starten mit einer Analyse bestehender internationaler Newssites. In Gruppen wird analysiert, wie Newssites aufgebaut sind, welche Formen von Content existieren und wie diese kombiniert werden. Welche Site macht was gut, was weniger? Wo unterscheiden sich die Plattformen in Bezug auf Zielgruppen, Tonalität, Inhalt und Optik? Auch Usability und Sitestruktur sind Themen.

 

In Teams erarbeiten die Studenten eine Präsentation und stellen die erarbeiteten Ergebnisse vor der Klasse vor. Wir betreuen den ganzen Prozess intensiv und geben Feedback und Inputs. Nach diesem Sprung ins kalte Wasser (Workshops kennt man nicht) erhalten die Studenten die Aufgabe, ein Konzept für ein eigenes digitales Business zu entwickeln und dabei die erworbenen analytischen Fähigkeiten anhand einer eigenen Idee zu formulieren und unter Beweis zu stellen. Die Vielfalt der Projekte ist beeindruckend. Gemeinsam mit den Gruppen erarbeiten wir sieben vielversprechende Konzepte. Die Bandbreite reicht von Collaboration-Plattformen an der Universität bis zu Personal-Shopping-Dienstleistungen. Die Studenten müssen ein konsistentes Konzept mit Zielgruppenanalyse, Konkurrenzanalyse, Projektbeschrieb, Moodboard, Sitestruktur, Content-Konzept, Positionierungschart und Sitemap abliefern. Ein intensiver Prozess mit grandiosen Resultaten!

 

Im Zentrum des Einsatzes steht aber die neue Newsplattform lusakastar.com. Die Drupal-basierte Version wurde in Vorarbeit von Mediaschneider auf WordPress migriert und vor Ort auf die spezifischen Bedürfnisse der Universität abgestimmt und angepasst. Der neue Lusaka Star ist eine State of the Art Newsplattform, full responsive mit integriertem Publishing-Prozess und aktuell mit Abstand die modernste Newsplattform des Landes. Nun liegt es an der Universität, das Potenzial zu nutzen.

 

In der zweiten Woche des Projekts besucht uns Andreas Schenker, ebenfalls von Mediaschneider. Der Kameramann und Film-Enthusiast (sein Kurzfilm „Stand clear of the closing doors“ wurde eben in Cannes angenommen) dokumentiert das Projekt in 4k, vermittelt den Studenten in einer spontanen Lektion Tipps und Tricks für Foto- und Bewegtbild-Journalismus und ermutigt sie, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mittel zu produzieren. Sehr gelungen!

 

Land und Leute

Sambia ist das freundlichste Land, das wir kennen. Darüber sind wir uns einig. Die Offenheit, die ungekünstelte Freundlichkeit und die Lebensfreude der Menschen sind schlicht überwältigend. Wir gehen gerne wieder in unsere zweite Heimat.

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ADFRAUD Am Beispiel «Ad Injection»

BEISPIELE

Google Suche (zum Vergrössern anklicken)

Google Suche

 

Amazon  (zum Vergrössern anklicken)

 

Amazon

WAS BEDEUTET AD INJECTION

Ad Injection ist eine Technik, bei der Werbeeinblendungen ohne die Einwilligung des Seitenbetreibers eingeblendet werden.

WIE FUNKTIONIERT AD INJECTION

Eine Ad Injection beginnt normalerweise damit, dass ein User eine Browser-Erweiterung installiert oder ein Programm downloaded und installiert, wo stillschweigend weitere Software mitinstalliert wird.
Wenn der User anschliessend im Internet surft, wird ihm massiv mehr Werbung angezeigt. Werbung die eigentlich nicht erscheinen sollte.

Hierbei gibt es 2 Grundformen der Ad Injection:
Option 1: Die echte Werbung wird durch andere Banner überlagert. Dies hat einen negativen Impact auf die Viewability Werte des Publishers.
Option 2: Die echte Werbung wird komplett durch andere ersetzt, oder es erscheint zusätzliche Werbung an Stellen, die nicht für Werbung vorgesehen war. Dies hat einen negativen Impact auf die Werbewirkung & Performance der überlagerten Ads.

AKTUELLE VERBREITUNG

Ad Injection hat sich als browserübergreifende Monetarisierungs-Plattform fest eingewurzelt und betrifft aktuell mehr als 5% aller Daily Unique IP-Adressen die Google besuchen. Dies sind Multi-Millionen User rund um die Welt.
Eine im September 2014 durchgeführte Studie identifizierte über 50’000 Chrome Extensions und 34’000 Windows Binaries. Hiervon waren 36% bei Chrome, respektive 17% bei Windows eindeutig bösartig.

LÖSUNGSANSÄTZE

Die Ad Exchanges haben begonnen ihre Richtlinien & Prüfung der zugelassenen Werbepartner zu erhöhen.
Darüber können die Webseitenbetreiber zu mehr Sicherheit beitragen. Sie sollten, sofern nicht schon passiert, ihre Webseiten auf HSTS (HTTP Strictly Transport Security) umstellen.
Sowie ihre Web-Entwickler auffordern, den Anteil der eigenen Ad Injection Niveaus mit frei verfügbaren Tools zu messen. Hierdurch wird das Ausmass des AdFrauds durch Ad Injection stärker erfasst und der Umfang & Auswirkung kann durch Pressemitteilungen & Fachartikeln ein breiteres Bewusstsein in der Öffentlichkeit schaffen.
Als dritte Partei sind auch die Browser-Entwickler gefordert. Diese müssen striktere Richtlinien in Bezug auf „side-loading Erweiterungen“ sowie zu Modifikationen der Browser-Umgebung umsetzen.

 

Philipp Semmler & Stephan Sliwensky

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Pressemitteilung Markenroadshow 2016: Die vernachlässigten Potenziale vernetzter digitaler Markenführung

Zürich, 6. April 2015 – Serviceplan Suisse, Plan.Net Suisse, Mediaschneider und GfK luden am 05. April 2016 zur 7. Markenroadshow ins Hotel Widder. Unter dem Veranstaltungstitel «Die vernachlässigten Potenziale vernetzter digitaler Markenführung» gingen prominente Referenten der Frage nach, was Marken in der digitalen Transformation erfolgreich macht.

Vor rund 200 Gästen wurde an der diesjährigen Marken-Roadshow die Bedeutung einer ganzheitlich vernetzten Strategie für die digitale Transformation einer Marke aufgezeigt. Nach einer kurzen Begrüssung seitens Christian Baertschi (Geschäftsführer Serviceplan Gruppe Schweiz) und einer Einleitung durch Manfred Strobl (CEO Mediaschneider) nahmen sich die Referenten Dr. Peter Haller (Geschäftsführer Serviceplan Gruppe), Dr. Wolfgang Adlwarth (Insights Director Strategisches Marketing GfK Panels), Barbara Evans (Geschäftsführerin Facit Media Efficiency) und Dominik Terruhn (Geschäftsführer Plan.Net Media) der Thematik an und präsentierten praktische Konzepte und Tools zur Umsetzung einer ganzheitlichen Vernetzungsstrategie.

90 Prozent mit digitaler Markenführung nicht zufrieden

Laut einer Studie, die 2015 im Auftrag des Markenverbandes durchgeführt wurde, sind 90 Prozent der befragten Unternehmen mit ihrer digitalen Markenführung nicht zufrieden. So geben sie an, über eine mangelnde Vernetzung digitaler und analoger Tools zu verfügen. Dr. Peter Haller verortet den Grund hierfür im Innovationstempo der IT-Technologie und den daraus resultierenden Applikationen, die die Markenführungspraxis der meisten Unternehmen überfordert. Wie dem entgegen gewirkt und die brachliegenden Potenziale einer online und offline vernetzten Gesamtstrategie ausgeschöpft werden können, wurde dem fachkundigen Publikum anhand von Erfolgskonzepten zu den fünf Ebenen «Zielgruppe», «Touchpoints und Medien», «Content», «Vertrieb» und «Realtime Daten» dargelegt.

Erfolgskonzepte auf fünf Ebenen

Das Erfolgskonzept zur Ebene «Zielgruppe» unterscheidet drei Zielgruppentypen (Non Users, Standard Users, mobile digitale Users) und setzt eine Ausrichtung auf die wachsende Gruppe der mobilen digitalen User mit Markenerfolg gleich. Auf der Ebene «Touchpoints und Medien» beinhaltet das Erfolgskonzept einerseits, dass das Unternehmen Bedürfnisse und Medienverhalten ihrer Zielpersonen kennt und andererseits, dass analoge und digitale Medien aufeinander abgestimmt und sinnvoll eingesetzt werden. Das Erfolgskonzept zur Ebene «Content» umschreibt die Wichtigkeit der Vernetzung des inhaltlichen Auftritts: Es gilt, ein Werteprofil festzulegen, das für die Zielgruppe relevant ist und von der Marke authentisch gelebt wird. Auf der Ebene «Vertrieb» umfasst das Erfolgskonzept die Entwicklung eines Omnichannel-Konzepts und die Übertragung digitaler Tools auf den PoS. Das Erfolgskonzept der fünften Ebene, «Realtime Daten», zeigt die Bedeutung von Business
Intelligence im Umgang mit Big Data auf: Marketing- und Vertriebsdaten sollen in einem automatisierten Prozess zeitnah verarbeitet und so genutzt werden.

Über die Markenroadshow

Die Markenroadshow (vormals Marketing-Meeting) wird seit sieben Jahren von der Serviceplan Gruppe Schweiz, Mediaschneider und der GfK in Zürich ausgerichtet. Hierbei werden einem Publikum, zu einem Grossteil bestehend aus Marketing-Managern, aktuelle Forschungsresultate präsentiert und/oder darauf aufbauende praktische Konzepte und Tools nähergebracht.

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Edelweiss mit Christus-Erlöser-Statue auf dem Üetliberg

Edelweiss Üetliberg Christus StatueLetzten Montag, 21.03.2016, wurde mit einer grossen „Festa Brasileira“ die 10 Meter hohe Nachbildung der Christus-Erlöser-Statue, dem Wahrzeichen Rio de Janeiros, auf dem Üetliberg in Zürich eingeweiht. Dies ist eine Aktion unseres Kunden Edelweiss Air, welche damit auf ihren neuen Direktflug von Zürich nach Rio (ab 22. April 2016) aufmerksam machen will – gelungener Weise, wie die breite redaktionelle Berichterstattung in der Schweiz zeigt. Mediaschneider unterstützt die Kampagne mit Radio- und Print-Kooperationen und Gewinnspielen, selektiven Premium-Plakaten und einer aufmerksamkeitsstarken Online-Kampagne, wo auch das neue Canvas-Ad auf Facebook zum Einsatz kommt.

Mehr Infos zu Rio und Edelweiss auf http://rio.flyedelweiss.com/.

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Mediaschneider testet mit Manor als eine der ersten Agenturen neue Werbemöglichkeit auf Facebook

„Scrollen, neigen, wischen, erleben“ – so beschreibt Facebook das neue Werbeformat Canvas. Da Mediaschneider in der Beta-Phase von Facebook ist, durfte Manor das Ad noch vor dem offiziellen Rollout am 28. Februar 2016 im Rahmen der Valentines Day Kampagne testen.

Die Idee hinter Canvas

Canvas wurde ausschliesslich für die Mobile-Nutzung konzipiert und erlaubt es Video, Foto und Text zu kombinieren. Die verschiedenen Bausteine können individuell zusammengestellt werden, sodass zig verschiedene Kombinationen möglich sind. Die erweiterte User Experience bleibt dabei komplett innerhalb von Facebook. Nur wenn auf eine externe URL innerhalb des Canvas Ads geklickt wird, wird eine neue Seite aufgerufen.

 

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Quelle: facebook.com

 

Sechs verschiedene Bausteine möglich

Facebook erlaubt in Canvas folgende sechs Bausteine individuell zu kombinieren:

Fotos: Je nach Grösse kann ein Foto den ganzen Screen des Smartphones ausfüllen. Auch animierte GIFs sind möglich.

Tilt-to-pan: Dieses Feature ermöglicht dem User, das Smartphone nach links und rechts zu schwenken, um mehr von einem Foto oder Video zu entdecken.

Videos: Videos in Canvas sind auf Autoplay und Loop eingestellt. Auch sie können den ganzen Bildschirm ausfüllen.

Karussell: Das beliebte Facebook Format ist auch innerhalb Canvas verfügbar. Bis zu zehn Fotos können in das Karussell gepackt werden.

Text: Es sind mehrere Textblöcke von bis zu 500 Zeichen möglich.

Buttons: Canvas muss mindestens einen Call-to-Action enthalten, der auf eine externe Website verlinkt.

Die Hintergrund- und Schriftfarbe sowie die Farbe der Buttons in Canvas können frei gewählt werden.

Valentines Day Canvas von Manor

Manor möchte allen Verliebten in der Schweiz zeigen, dass bei Manor alles, für einen perfekten Valentinstag erhältlich ist. Canvas bietet die optimale Möglichkeit, um die Produkte-Vielfalt von Manor in einem emotionalen Umfeld zu präsentieren.

 

So wird Canvas in der Timeline angeteasert. Tippt ein User das Ad an, öffnet sich das Ad.

So wird Canvas in der Timeline angeteasert. Tippt ein User das Ad an, öffnet sich Canvas.

 

Mit je einem Karussell „Für sie“ und „Für ihn“ mit jeweils drei verschiedenen Artikeln, welche direkt auf die Produkte-Site auf manor.ch verlinken, regt das Ad den User zum Interagieren an. Nebst dem Karussell beinhaltet das Canvas Ad Fotos, ein Video sowie zwei verschiedene Call-to-Action.

 

Valentines Day Canvas von Manor

Valentines Day Canvas von Manor

 

Facebook erlaubt, nebst den üblichen Parametern, die Auswertung von zwei weiteren Kennzahlen für Canvas: Die durchschnittliche Dauer, welche ein User in Canvas verweilt, sowie der durchschnittliche Prozentsatz des Ads, welcher ein User ansieht, bevor er abspringt oder auf die externe Website gelangt.

Manors Valentines Day Canvas ging am 3. Februar live. Manor und Mediaschneider freuen sich auf viele spannende Erkenntnisse und Learnings für zukünftige Kampagnen.

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#AFBMC2015

Am 5. November sind 400 Facebook Marketing Begeisterte an die AllFacebook Marketing Conference nach Berlin Neukölln gereist. Wie der Name schon sagt, ging’s mehr oder weniger um Advertising auf den Plattformen der Facebook Familie. Natürlich durften auch sonstige relevante Plattformen wie zum Beispiel Snapchat nicht fehlen. Fleissig getwittert wurde unter dem Hashtag #AFBMC2015, welcher den ganzen Tag das Trending Topic auf Twitter war.
AFBMC2015
Punkt 9:00 Uhr ging es los an der AFBMC. Es haben sich so viele Social Media Begeisterte wie noch nie zur Konferenz im Hotel Estrel eingefunden, um auf drei Bühnen die rund 30 Vorträge zu verfolgen. Die aus meiner Sicht interessantesten Beiträge habe ich in den nächsten Absätzen zusammengefasst.

Den Start machte Florian Renz der GfK Deutschland. In rund 40 Minuten brachte er uns Zuhörern das Thema „Reichweite und kurzfristige Wirkung von Facebook Mobile gegenüber klassischen Medien“ näher und hat uns als Marktforscher mit Zahlen zum deutschen Markt eingedeckt. Die GfK Deutschland macht es möglich mit dem Crossmedia LINK Panel die Mediennutzung und das Kaufverhalten an einer Quelle zu messen, dies ist interessant, da durch die Zusammenarbeit mit Facebook ID’s und Nutzerprofile eingesetzt werden können. Auch Mediaschneider beschäftigt sich aktuell mit dem LINK Kampagnentracking und analysiert die ersten Ergebnisse im Rahmen einer grossen digitalen Kampagne in der Schweiz. In Deutschland haben die Plattformen von Facebook rund 43.46 Millionen Unique User, das sind 80% der Deutschen Onliner die eine der Plattformen mindestens einmal im Monat nutzen. In 40% der Zeit die am Smartphone verbracht wird beschäftigt sich der Deutsche mit der Facebook Familie, klar angeführt durch Whatsapp mit 23%. Auch in der Schweiz werden diese relativen Zahlen wohl ähnlich aussehen – einen guten Überblick zur Facebook Nutzung in der Schweiz gibt es in den Audience Insights. Rund 40% der Schweizer nutzen Facebook Mobile only, dazu verwenden 50% die die Plattform kombiniert mit Desktop und nur noch rund 10% loggen sich nur auf dem Desktop ein.

Zum Thema „In welchem Masse nutzen und analysieren Marken die sozialen Netzwerke“ kam Alexander Peiniger von quintly auf die Bühne. Er zeigte auf, dass sich die Interaktionsraten je nach Plattform stark unterscheiden und mit der Anzahl Follower abnehmen. Er bestätigte, dass das Fanwachstum heute nicht mehr im Vordergrund steht, sondern sich die Analysen immer häufiger mit der Interaktion mit der Marke auseinandersetzen. Die Auswahl der Netzwerke werde immer vielfältiger, obwohl je nach Land deutliche Unterschiede bestehen. In den USA sind Twitter und Instagram für Werbetreibende, auf Kosten von Facebook, viel gefragter als in Deutschland, wobei der Fokus in Deutschland immer noch auf Facebook liegt.

Die Golden Rules und Brilliant Cases von Instagram Kampagnen haben uns Jan Firsching und Andreas Bersch von der Agentur Brandpunkt aufgezeigt. Sie begannen mit der Aussage „2017 ist Instagram das Facebook von heute!“. Das die sozialen Medien keine Ähnlichkeit mehr zu den klassischen Medien haben ist bekannt, doch der Wandel vom Monolog zum Dialog muss auch unbedingt im Advertising berücksichtigt werden. Eine Befragung von Jugendlichen zeigt, dass sie die sozialen Netzwerke als Inspiration, Spass, Freundschaft und News-Plattform in einem sehen. Dies stellt auch neue Anforderungen an die Kreativität, die Inhalte und Planung von Instagram Kampagnen. Auch Mediaschneider stuft die Auseinandersetzung mit den neuen Anforderungen als höchst relevant ein, um erfolgreiche Social Media Kampagnen durchzuführen. Speziell auf Instagram ist es notwendig umzudenken. Dafür wurden von Jan Firsching und Andreas Bersch 7 Eckpfeiler von Instagram Kampagnen vorgestellt. Die Brilliant Cases umfassten meist Unternehmen mit Erfahrungsvorsprung aus den USA wie Dunkin Donuts, Oreo, GoPro oder TOMS.

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Quelle: Allfacebook.de Facebook Seite

 

Nach der Kaffeepause war es Zeit für Snapchat – ob die Plattform Teenie-Kram, Sexting App oder Marketingkanal der Zukunft sei, versuchte Arne Züll von Karstadt Sports zu beantworten. Er stellte die Plattform als „the next big thing“ vor. Weltweit nutzen bereits 200 Millionen Personen Snapchat, wobei täglich über 1 Milliarde Snaps (Schnappschüsse) geteilt werden. Aber ist es ein Teenie-Kram? Die Nutzung der 16 – 24 Jährigen liegt tatsächlich bei rund 50%, die zweite starke Nutzergruppe sind die 25 – 24 Jährigen mit 30%, somit geht die Nutzung über die Teenies hinaus. Aber was ist so speziell an Snapchat? Die Plattform bietet Content Häppchen in einer Gesellschaft bei der die Aufmerksamkeitsspanne immer geringer wird. Nach dem Betrachten werden die Snaps automatisch wieder gelöscht. Arne Züll, der seine Bachelorarbeit zu dem Thema geschrieben hatte, verglich Instagram mit einer Hochzeit geprägt durch Hochglanz und Perfektion und Snapchat als das mit dem Schlafanzug auf der Couch des besten Freundes sitzen und Chips essen. Ein lustiger und dennoch sehr akkurater Vergleich. Doch wie können Unternehmen die Plattform als Marketingkanal nutzen? Apple Music nutzt die Plattform um „Behind the Scenes“ Clips zu streuen. Auch die Kommunikation an Events ist geeignet für Snapchat, was der FC Bayern München oder Mönchen Gladbach bei Fussballspielen schon rege nutzt. Auch besteht die Chance für Storytelling, Produktkommunikation oder Recruiting. Doch wie sieht es mit Sales aus? Leider fehlt eine externe Verlinkung. Mit Discount Codes zum Beispiel kann dies umgangen werden. Es zeigt sich das es noch mehrere Hürden gibt, um Snapchat als Marketingkanal zu nutzen, trotzdem ist es mit einer gewissen Kreativität und Experimentierfreudigkeit möglich und interessant den Kanal für Marken einzusetzen.

Nach zehn inspirierenden Referaten, interessanten Gesprächen, guter WLAN-Verbindung und feiner Verpflegung stieg ich wieder in den Flieger nach Zürich mit voller Vorfreude auf die nächste All Facebook Marketing Conference.

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Silicon Valley Backstage Tour 2015 – Ein Reisebericht

Don’t make a company, make a network. Go long on collaborative culture. Interate outside the present ecosystem. Win the people’s hearts before you win their wallets. Ignore everyone who says it is impossible.

DSC00398So könnte man zusammenfassen, was uns bei rund 13 Startups und ausgewachsenen Tech Giganten im Silicon Valley mitgegeben wurde. Während einer Woche hatte Mediaschneider
die Möglichkeit, die heissesten Startups, Acceleratoren, Venture Capitalists und Inkubatoren in der Bay Area zu besuchen. Dies wurde durch die hervorragenden Kontakte vor Ort der
Rulebreaker Society möglich gemacht. Dabei ging es nicht um das übliche Silicon Valley Sight Seeing, sondern um das Innenleben. Wo geht was gerade ab und welche Personen ziehen die Fäden.

Tech, Tech, Tech. Das Silicon Valley hat seinen Namen mehr als verdient. Nirgendwo auf der Welt findet man eine ähnlich hohe Dichte an gut ausgebildetem Personal aus Tech, wie im Silicon Valley. Auch das wahrgenommene Tempo ist unglaublich und jeder Mensch, unter anderem jeder UBER-Fahrer, scheint mindestens ein oder mehrere Startups am Laufen zu haben. So zumindest der Eindruck von aussen.

Samsung Research America, Mountain View war unsere erste Station – und eines der Highlights. Der Chef der rund 200 Personen starken Innovations Unit erklärte während gut 70Minuten, wie Produkteentwicklungen und Business Model Challenges bei Samsung R&D ablaufen. Entwicklungszyklen dauern rund 3 Wochen. Von der Idee, bis zum funktionierenden Prototypen. Erst diese hohe Kadenz an Iterationen ermöglicht es binnen Jahresfrist mit mehreren marktreifen Handy-Modellen oder TVs in die Produktion zu gehen. Das zweite, fundamentale Learning mit mittelfristig bis langfristigem Impact auf die globale Wirtschaft dürfte sein, dass disruptive Geschäftsmodelle iterativ entwickelnde Unternehmen übertrumpfen werden. Samsung R&D übernimmt genau diese Funktion innerhalb des Samsung Konzerns, so O-Ton Samsung. Ein Konzern wie Samsung müsse seine eigenen Strukturen, Businessmodelle und Produkte pausenlos challengen und das gestandene Business wird in einem andauernden Prozess fundamental in Frage gestellt und auf Zukunftstauglichkeit überprüft. Wird das nicht inhouse gemacht, macht es eben ein Konkurrent.

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Facebook, Hackerwy 1, Manlo Park. Facebook ist eine Welt für sich. Die Ausmasse sind gigantisch. 9’000 Mitarbeiter, die im Facebook-Campus leben und arbeiten. Für die Mitarbeiter gibt es Gym, Tonstudio, Zahnärzte, BBQ-Restaurants, Kinos, Sweet Stores, diverse Restaurants, Bike Shop usw. gratis, alles und immer alles verfügbar. Nebst diesen Faktoren haben vor allem zwei Dinge imponiert: 1. Mark Zuckerberg steht jeden Freitag Nachmittag allen 9’000 Mitarbeitenden auf dem Hacker-Square in einer Q&A Session Rede und Antwort. Sprüche, die man überall findet wie „Nothing at Facebook is somebody elses problem“ werden tatsächlich gelebt. Die Feedback Kultur ist beeindruckend. 2. Strength based organisaton: In einer Schweizer Firma arbeitend kaum vorstellbar hat bei Facebook jeder Mitarbeiter jederzeit die Möglichkeit, sich bei anderen Teams zu bewerben. Macht er seinen Job gut, kann er das Team wechseln und ein Projekt übernehmen. Ressourcenplanung im eigentlichen Sinne existiert nicht, weder budgetär noch personell. Alles ist im Überfluss vorhanden. Wermutstropfen: Das ganze hat einen hochgradig religiösen Charakter.

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Airbnb HQ, San Francisco.
Der deutsche Gregor Bauser, Director Business Operations und Mitglied der Unternehmensleitung nahm sich 2 Stunden Zeit, um im „War Room“ über die Entwicklung und die Organisation von Airbnb aufzuklären. Erstaunlich offen präsentierte der schlagfertige Charismatiker welche Ziele, bzw. welches Ziel Airbnb verfolgt: Wachstum. Prozesse oder Legal-Aspekte stehen im Hintergrund. Probleme können dann gelöst werden, wenn sie auftauchen, so der Tenor. Interessanter Fakt:  Airbnb generiert einen messbar positiven Einfluss auf die Entwicklung von Randregionen in Städten. Da sich über Airbnb Wohnungen und Häuser buchen lassen, die weit ab der traditionellen Hotel-Standorte lokalisiert sind. Touristisch also eher schlecht erschlossene Stadtteile oder Regionen erleben einen wirtschaftlichen Aufschwung.

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Love Nest, Palo Alto. Amazing! Das Love Nest versprüht wie kein anderer Ort die Magie des Valleys. In einer schönen Wohngegend mit überteuerten Einfamilienhäusern liegt das Love Net. Geburtsort bahnbrechender Technologien und intellektuellem Austausch. In einem Ambiente, welches dank aufgehängter Ying/Yang Tücher, Kristallen, Buddhas und Sitzkissen eher an ein ayurvedisches Camp für gestresste Manager erinnert als an einnen pulsierenden Innovation Hub, trafen wir Joel Diez. Der junge Wizzard spricht 7 Sprachen fliessend, hat Computer Science, Geschichte, Sanskrit und Chinesisch studiert. Der Sparring-Partner von Elon Musk setzt sich zurzeit intensiv mit dem Thema Block Chain auseinander. Dieses Computing-Modell liegt unter anderem der Bitcoin Technologie zugrunde und dürfte in den nächsten Jahren zur Grundlage vieler Dienstleistungen im Versicherungs- oder Finance-Bereich werden. Eines der Gebiete, auf die ich mein Geld setzen würde.  IMG_8390

 

Mesosphere, San Francisco. Das von deutschen Unternehmern gegründete Startup bietet ein innovatives Betriebssystem für Serverfarmen an, basierend auf OpenSource Technologie, welches erlaubt, Millionen von Servereinheiten zu bedienen, als wäre es ein einziger Computer. Simple as that. Keiner zuvor hat’s gemacht, Mesosphere tut’s. Obwohl der Markt Deutschland ebenfalls einiges an Potenzial hergibt, sahen die Unternehmer keine Möglichkeit in Deutschland an das benötigte Kapital zu kommen. In San Francisco erhielt das junge Unternehmen Zugang zu den nötigen Personalressourcen und den finanziellen Mitteln und wächst aktuell exponentiell. Eine beeindruckende Unternehmer-Geschichte mit einem simplen, aber genialen, Problem-Solving Produkt. Aktien kaufen, sobald IPO.

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German Accelerator, San Francisco. Diese von der Bundesregierung finanzierte Einrichtung unterstützt deutsche Startups in den USA Fuss zu fassen. Ein Mentoren-Programm mit ausgewiesenen Experten und Enterpreneuren nimmt sich den Jungunternehmer an und trimmt diese in binnen 3 Monaten fit, so aufzutreten, dass sie für Investoren interessant werden. Eine beeindruckende und hochgradig dynamische Einrichtung. Weitere Informationen finden sich hier: http://germanaccelerator.com . Eine vergleichbare Institution mit Schweizer Hintergrund existiert bis heute leider nicht.

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Das sind nur einige wenige Highlights von der Speerspitze der Tech-Wirtschaft. Mehrere Dinners ermöglichten ausserdem, einen intensiven Austausch mit Professoren aus Stanford und Berkeley, Enterpreneuren, Exoten und Visionären zu Themen wie Artificial Intelligence, Transhumanismus, Computergestützte Autismus-Erkennung bei Säuglingen, der Zukunft von Digital Health und Cleantech zu pflegen.

Was das Silicon Valley so besonders macht, sind, nebst dem Wetter, vor allem folgende Faktoren:

Scheitern gehört zum Erfolg
Kein erfolgreicher Unternehmer ist nicht schon mal gescheitert. Hat ein Unternehmer Startups in den Sand gesetzt, wird das von VCs wohlwollend zur Kenntnis genommen. Dieser Rucksack wird nicht als Bürde, sondern als wichtige Erahrung in die nächste Unternehmung eingebracht.

Universitäre Zusammenarbeit
Aus den elite Unis Stanford und Berkeley kommen versierte, motivierte Arbeitskräfte in ein Ökosystem, welches ausschliesslich darauf ausgelegt ist, disruptive Geschäftsmodelle zu entwickeln. Viele Studierende gründen bereits während dem Studium ihr erstes Startup. Witschaft und Wissenschaft gehen eine symbiotische Beziehung ein. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Work hard
Es dreht sich alles ums Business. Immer, ohne Ausnahme. Wer nicht Schritt hält, hat verloren. Wochenende oder Ferien sind hier ebenso ein Fremdwort wie geregelte Arbeitszeit oder soziale Sicherheit. Auf der einen Seite ist das der perfekte Nährboden für Innovation und Prosperität – auf der anderen Seite lebt jeder Mitarbeiter immer mit dem Gedanken am nächsten Tag kein Auskommen mehr zu haben.

Kapital
Nirgendwo sonst wird so viel in Startups investiert wie im Silicon Valley. Über 50 Mia. Dollar bereits in diesem Jahr. Hier treffen sich alle: Fachkompetenz, Enterpreneurship und Investoren.

Konkurrenz
Die Konkurrenz ist unglaublich gross und bildet das Rückgrat der innovations getriebenen Wirtschaft im Valley. Es ist „Survival of the fittest“ in Reinkultur. Wer glaubt, er käme im Valley leichter zu Geld als anderswo, hat das System nicht verstanden. Von 100 Startups im Valley, schafft es eines bis ganz nach oben.

Ich schliesse den Erlebnis-Bericht mit einem Blick aus der Vogelperspektive.

Das Valley ist unglaublich inspirierend, anziehend, energiegeladen und übt eine fast zwingende Magie aus. Ob der Geschwindigkeit und der Art und Weise, wie Business gemacht wird, schüttelt der Europäer ungläubig den Kopf. Doch die Medallie hat auch eine Kehrseite, nur ist die nicht ganz so offensichtlich. Nicht jeder ist für dieses System gemacht. Wir haben keinen getroffen, der auch beim 5. Startup gescheitert ist, dem bei Facebook gekündigt wurde und keinen Job mehr fand. Wir haben keinen getroffen, der sich ein Leben im überteuerten Valley nicht leisten konnte. Heruntergekommene Taxis und vielen Obdachlose sind ein Anhaltspunkt, dass es eben nicht allen gut geht. Ob diesen Menschen die neuste App für Schiff-Verkehrsoptimierung oder ein neuer 3D-Chat mit monetarisierbaren Avatar-Ausstattung beim Ernähren ihrer Familie hilft, sei dahin gestellt. Denn beispielsweise Facebook organisiert auch den Transport ihrer Mitarbeiter gleich selbst – und gratis. Das lokale Kleingewerbe bleibt aussen vor und kann nur aus der Ferne über die hohen Zäune der Techgiganten lugen und sich ausmalen, wie es ist, wenn so viel Mittel zur Verfügung stehen, einen ganzen Erholungspark auf dem Dach eines Gebäudes zu errichten.

von

Bewegtbild-Planung

Wie viele Screens besitzen Sie? Zuhause ein TV, Desktop/Notebook und/oder ein Tablet, bei der Arbeit ein Desktop oder Notebook? Ausserdem mit grösster Wahrscheinlichkeit noch ein Smartphone. Macht insgesamt mindestens vier Screens, die Sie regelmässig nutzen.

Laut IGEM-digiMONITOR 2014 nutzen mehr als die Hälfte der Fernsehzuschauer mindestens gelegentlich während des Fernsehens einen zweiten Bildschirm. Ein Fünftel aller Zuschauer und zwei Fünftel der Jungen tun dies sogar mindestens täglich. Dabei nutzen sie aber öfter Inhalte, die mit dem laufenden Fernsehprogramm nichts zu tun haben. Zudem konsumieren vor allem die Jungen Bewegtbild nur noch online (YouTube, Netflix, Teads usw.). Dies hat zur Folge, dass wir spezifische Alterssegmente nicht mehr oder nur noch ungenügend mit klassischer TV-Werbung erreichen können.

Um festzustellen, welche Auswirkungen all die obengenannten Punkte auf die TV-Planungen haben, führten wir eine detaillierte Analyse von über zwanzig Kampagnen der letzten beiden Jahre durch. Nicht berücksichtigt wurden Flights, die während Grossveranstaltungen (z.B. FIFA Fussball-WM 2014) on air waren.

Dazu haben wir bei sämtlichen Post-Auswertungen zusätzlich zur Planzielgruppe zehn weitere Alterssegmente ausgewertet. Dabei haben wir den pro Kampagne effektiv erreichten Werbedruck bei der Planzielgruppe mit dem erreichten Werbedruck bei den einzelnen Alterssegmenten verglichen.

Dabei haben wir festgestellt, dass wir im Segment „20–24 Jahre“ im Durchschnitt nur 17% des effektiven Werbedrucks bei der Planzielgruppe erreichen, im Segment „25–29 Jahre“ dagegen erreichen wir bereits 86%. In den Segmenten „30–49 Jahre“ ist die Differenz marginal, bei den Segmenten „50–59“ erzielen wir 35% zu viel Werbedruck, bei den Segmenten „60+“ beträgt die Differenz sogar über 45%. Selbstverständlich variieren die Resultate, je nachdem welche Planzielgruppe verwendet wird. Unsere Analyse basiert auf einem Mix der Planzielgruppen „15–49 Jahre“ und „15–59 Jahre“..

Das Resultat ist für uns nicht überraschend bzw. war uns schon vorher bewusst: Die Jungen erreichen wir mit klassischer TV-Werbung nur noch ungenügend, bei älteren Personen erzielen wir aufgrund des Nutzungsverhaltens einen deutlich höheren Werbedruck.

Welche Optionen stehen uns nun für zukünftige TV-Planungen zur Verfügung? Eine Möglichkeit kann zum Beispiel die Anpassung der bisherigen TV-Planungszielgruppen sein. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, den bisherigen TV-Werbedruck anzupassen und parallel zum TV-Flight für die Erreichung der jüngeren Alterssegmente nur noch Online-Bewegtbildwerbung einzusetzen oder die fehlende Leistung mit Online-Bewegtbildwerbung auszugleichen.

Die grösste Herausforderung wird jedoch darin liegen, die Online-Leistungswerte auf gleichem Qualitätsniveau zu messen bzw. eine gemeinsame TV- und Online-Währung zu definieren. Interne Berechnungen ermöglichen zwar schon jetzt übergreifende Zahlen, doch für eine umfassende, transparente und präzise Planung bedarf es einer grossen gemeinsamen Branchenanstrengung.

Christian Rufener

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Radio behauptet sich auch im 1. Semester 2015!

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Gemäss den neuen Semesterdaten, welche am Dienstag von Mediapulse veröffentlicht wurden, sind die Schweizer noch immer intensive Radiohörer. 87.8% der Deutschschweizer lassen sich täglich von einem Radiosender informieren und unterhalten. Das Tessin übertrifft diesen Wert und hält sich mit 88.8% an der Spitze. Das Schlusslicht bildet die Suisse Romandie mit 84.4%.

Die Nutzugsdauer hat leicht zugenommen: in der deutschen Schweiz wird durchschnittlich während 119.7 Minuten Radio gehört, gefolgt von 117.3 Minuten in der italienischen Schweiz und 103 Minuten in der französischen Schweiz.

Wie bereits in den letzten Semestern sind die SRG-Sender gegenüber den Privaten deutlich im Vorsprung. Der Marktanteil in der Deutschschweiz beträgt bei den SRG-Sender 65.3% (+0.7% ggü. Vorjahr). Die Privaten verlieren leicht von 30.7% auf 30.1%. Unter den privaten liegt Radio 24 mit 2.8% noch immer an der Spitze, was eine Hörerschaft von 273‘000 ausmacht. Gefolgt wird dieser von Energy Zürich mit 2.4% und FM1 mit 2.3%.

Grundsätzlich gibt es bei den Radiostationen nur wenig signifikante Änderungen. Signifikant an Marktanteil verloren haben die Privaten Sender, Planet 105 und NRJ Léman. Signifikant dazu gewonnen haben LFM wie auch Radio 3i.

Quelle: Mediapulse Radiopanel

 

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