Interview mit Fynn

Fynn Erni, Lernender im 3. Lehrjahr bei WIRZ Communications war eine Woche zu Gast bei Mediaschneider und durfte Mediaagentur-Luft schnuppern. Was ihm gefallen hat und wo für ihn die Unterschiede zur Krea Agentur liegen. Hier ein kleines Interview.

Wie hast du den Mediaschneider Spirit, also Stimmung und Ambiente, in deinem Schnupper-Praktikum erlebt?

Die Stimmung war durchwegs positiv und die Teams sind sehr engagiert. Insgesamt erschien mir die Atmosphäre etwas ruhiger und vielleicht ein wenig formeller als in einer Werbeagentur. Spannend war für mich, die verschiedenen Mitarbeiter-Typen zu beobachten: Von Sonnenschein über Grumpy Cat, zu Mode Freak oder durchgestyltem Hipster bis zum schönen Durchschnittsmenschen waren alle zu finden. Das scheint eine Durchmischung zu sein, die es in allen Organisationen gibt.

Wie sieht deine persönliche Mediennutzung aus?

Hmm… Ich bin sicher stark digital resp. online ausgerichtet. Die News lese ich meist bei watson.ch und Tages-Anzeiger online. Mit meinen Freunden kommuniziere ich über WhatsApp und immer häufiger über Snapchat. Facebook hingegen checke ich nur noch alle ein bis zwei Tage, dafür aktualisiere ich Instagram immer öfter.

Was hat dir besonders gefallen? Was hat dich überrascht?

Mich auf etwas festlegen, fällt mir gar nicht leicht. Die Print- und OOH-Buchungen fand ich jedenfalls sehr spannend. Aber auch der Onlinebereich mit den verschiedenen Abteilungen war sehr interessant. Überrascht hat mich, wie aus den MACH Studien sehr genaue Zahlen zur Mediennutzung einer Zielgruppe abgeleitet werden und wie mit diesen Studien die Zielgruppen sehr exakt definiert werden können

Wenn du die Media Agentur mit der Krea Agentur vergleichst. Wo siehst du den grössten Unterschied?

In der Menge an Zahlen und Statistiken. Die Arbeitszeiten sind aber auch andere: Die Media Agentur leert sich um 18.00 Uhr während in der Krea Agentur dann noch nicht Feierabend ist.

Wir danken Fynn für seinen Einsatz, sein Interesse, für die feinen Donuts und wünschen ihm für die Ausbildung einen guten Endspurt.

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Swiss Native Advertising Day 2017

Wir waren am Swiss Native Advertising Day 2017 und haben hier vier spannende Vorträge zusammengefasst.

Native Advertising Trends 2017 // Markus Bucheli, CEO & Co-Founder bei LikeMag

Die Welt bewegt sich unglaublich schnell und ist stetig im Wandel – das betrifft ganz direkt auch die Medianutzung, wie Markus Bucheli, CEO & Co-Founder bei LikeMag, zum Einstieg festhält: TV wird heute nicht mehr live sondern meist zeitversetzt geschaut und sehr oft auf Geräten wie Laptop, Tablet oder Handy. Er erwähnt weiter die Smartphone Nutzung: Sie ist immens und nimmt stetig zu. Das Mediabudget, das dafür eingesetzt wird, steht aber nach wie vor in keinem Verhältnis.
Diese Herausforderungen werden auch im 2017 aktuell bleiben, Markus Bucheli rät jedoch, die Veränderungen und neuen Trends aufzunehmen – unabhängig von der Grösse des zur Verfügung stehenden Budgets.

Ein erster solcher Trend ist gemäss Markus Bucheli die Verbindung von Branding und Performance Produkten: Facebook zum Beispiel bietet bereits heute die Möglichkeit, ein Video mit einem Call to Action direkt auf eine Produkteseite zu verlinken. Branding und Performance Produkte nähern sich also stetig an. Daraus folgt, dass sich Unternehmen von ihren Silo-Lösungen verabschieden und die Bereiche Branding und Performance viel enger zusammenarbeiten müssen.

Als zweiten Trend lässt sich der Shift von TV zu Online festhalten. Im 2017 wird europaweit erstmals mehr Geld für Online ausgegeben werden als für TV. Klassische Werbung wird immer stärker in die digitale Welt integriert. Nochmals Facebook: Das Unternehmen hat zum Jahresanfang bekannt gegeben, dass neu auch Midrolls eingesetzt werden können. Elemente aus der klassischen Werbung, halten also auch in digitalen Kanälen Einzug, die Kosten für die Distribution sind aber viel tiefer.

Der dritte Trend sind die Business Intelligence Tools. Nicht nur die Messbarkeit von Kampagnen wird immer wichtiger, sondern auch die Verknüpfung aller getätigten Massnahmen. Ein Business Intelligence Tool ermöglicht die Evaluation aller verschiedenen Kanäle. Dies wiederum lohnt sich für den Aufbau des Brand Values, da so analysiert werden kann, wo der Effekt am höchsten war, was sich also für das Unternehmen am Meisten gelohnt hat.

Der Wert von Communities // Arno Heinisch, CEO & Co-Founder bei Rocket Beans Entertainment

Rocket Beans, der unabhängige und Community-getriebene 24/7-Web-Sender aus Deutschland, gilt als Vorzeigebeispiel, wenn es um die Pflege und Einbindung einer Community geht. Gemäss Arno Heinisch, CEO & Co-Founder wird der Wert einer Community dann richtig sichtbar, wenn sie sich gegenseitig unterstützt, sich dem Unternehmen gegenüber verpflichtet und das Unternehmen durch ihr Feedback vorantreibt. Rocket Beans hat darum die Follower und Fans von Beginn weg eingebunden und rege gepflegt. Mittlerweile tätowieren sich die Fans das Logo auf die Wade, bepflanzen ihre Gärten in Form des Firmenlogos und häkeln für ihren Nachwuchs Rocket Beans Strampelanzüge.

Woher kommt diese starke Identifikation der Fans mit dem Sender? Arno Heinisch erklärt sie sich als Resultat des langjährigen leidenschaftlichen Aufbaus und vor allem der Pflege der Community. Diese wird zum Beispiel stark in die Programmgestaltung eingebunden. Diese Einbindung intensiviert dann wiederum die Identifikation mit Rocket Beans: Der Sender berichtet nicht einfach über eine Subkultur, sondern er ist Teil davon und damit glaubwürdig und transparent. Die Kombination dieser Puzzleteile hat dazu geführt, dass der Sender fast von Beginn weg schwarze Zahlen schrieb und seither stetig wächst.

Content Marketing im FMCG-Bereich // Christian Lüdi, Leiter Social Media & Content Marketing bei Coop

Content Markting hat viele Facetten. Das sieht auch Christian Lüdi, Leiter Social Media & Content Marketing bei Coop so. Seiner Meinung nach müssen Inhalte in erster Linie wertvoll und relevant sein.

Bei der Coop Zeitung setzt man seit mehr als 100 Jahren auf Content und hat damit Erfolg. Heutzutage zum Beispiel mit dem Weinshop Coop Mondovino, einer Content Plattform, die für Weinliebhaber relevante Inhalte vermittelt.

Eine Content-Strategie für ein Grossunternehmen bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Eine davon ist gemäss Christian Lüdi das Change-Management. Dieses ist nötig, um ein gemeinsames Verständnis zu schaffen, weil Interdisziplinarität mittlerweile unabdingbar ist. Das „Silo-Denken“ hat ausgedient – erst recht, da für Content Marketing verschiedene Unternehmensbereiche wie Marketing aber auch HR einbezogen werden müssen.

Eine Herausforderung ist aber auch, dass unterschieden werden muss zwischen Themen und Stories. Das Prank Video mit der Toblerone oder das gratis Kundeninserat zum Jahreswechsel präsentiert Christian Lüdi als Beispiele dafür, dass diese Herausforderung erfolgreich gemeistert werden können.

Die ersten 365 Tage Native Advertising bei Tamedia // Simon Eppenberger, Commercial Publishing bei Tamedia

Native Advertising ist bezahlter Werbeinhalt, der sich in der Präsentation am herkömmlichen Journalismus orientiert, ausser dass der Inhalt als „sponsored“ deklariert werden muss. Gemäss Simon Eppenberger ist der entscheidende Erfolgsfaktor der Content. Er soll frech, spannend und ehrlich sein. Kreative Ideen und spannende Fakten sorgen dazu für möglichst viel Aufmerksamkeit. Tamedia unterscheidet deshalb jeweils zwischen sachlichem und emotionalem Content.

Die Konzipierung und Erstellung eines Native Advertisings ist ein sehr komplexer Prozess, berichtet Simon Eppenberger. Insbesondere weil auch die Kunden noch unerfahren und sich über ihre Vorstellungen und Erwartungen nicht im Klaren sind. Der Zusatzaufwand scheint sich aber zu lohnen: Tamedia erwirtschaftete 2016 bereits einen siebenstelligen Umsatz und plant, den Bereich Native Print & Commercial Publishing zukünftig auszubauen.

Native Advertising ist in den letzten Monaten stark kritisiert worden, insbesondere im Zusammenhang mit den US Wahlen: Native Advertising habe die Wähler beeinflusst. Verschiedene Studien stützen diese Kritik, da sie belegen, dass die User diese Inhalte oft nicht als Werbung erkennen und entsprechend nicht vom unabhängigen Journalismus unterscheiden können. Die Kritiker sind der Meinung, dass dies die Verfälschung von Fakten und damit die Entstehung von sogenannten „Fake News“ fördert.

Der Event war ein voller Erfolg mit über 140 Gästen aus der Werbe-, Agentur-, und der Verlagsbranche. Wir freuen uns auch im Jahr 2018 wieder dabei zu sein.

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Private Radiostationen weiterhin auf dem Vormarsch

Von Claudia Diener

Am Freitag hat Mediapulse die Radio-Nutzungszahlen zum 2. Semester 2016 veröffentlicht. Die Daten aus dem Radiopanel beziehen sich auf die gesamte Radionutzung der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren. Sie gelten als offizielle Schweizer Radiowährung und haben u.a. für die Werbewirtschaft eine hohe Bedeutung.

In allen drei Landesteilen sind die Sender der SRG SSR klar die Marktführer: In der deutschsprachigen Schweiz mit einer Netto Reichweite von 63.7%, in der Romandie mit 64.7% und im Tessin mit 75.9%. Im Vergleich mit dem 2. Semester des Vorjahres haben die öffentlich-rechtlichen Sender in der Deutschschweiz (- 0.76 %) und der Westschweiz (- 1.4%) signifikant Marktanteile an die privaten Sender verloren – in der italienischen Schweiz ist ebenfalls eine Abnahme festzustellen, sie ist jedoch nicht als signifikant einzustufen.

Anzeichen für diese Verluste gab es bereits vor einigen Jahren: Vergleicht man die eben publizierten Radiokennzahlen mit denen des 2. Semesters im 2010 lässt sich bei den privaten Radiostationen schon damals eine minime, aber stetige Zunahme des Marktanteils und der Hördauer feststellen. In der Deutschschweiz beläuft sich deren Zuwachs seither auf 2.13%, in der Westschweiz auf 3.78% und im Tessin haben die privaten Sender beachtliche 7.88% zugenommen. Der Marktanteil der ausländischen Radiostationen stagniert in allen Sprachgebieten auf einem konstanten Level.

Wer die durchschnittliche Hördauer genau betrachtet, wird keine signifikante Veränderung im Vergleich zum 2. Semester 2015 bemerken. Im Langzeitvergleich zeigt sich jedoch in allen drei Sprachregionen ein Rückgang der täglichen Hördauer: In der deutschsprachigen Schweiz liegen die Werte bei minus 16 Minuten (vgl. 2. Semester 2016 vs. 2. Semester 2010), in der französischsprachigen Schweiz bei minus 15 Minuten und in der italienischsprachigen Schweiz bei minus 19 Minuten. Nach wie vor hören aber 86.7% der Deutschschweizer, 82.7% der Westschweizer und 88.7% der Tessiner täglich Radio – dieses Medium bleibt sehr beliebt.

Die Studie zeigt auch, welche Radiostationen Marktanteile gewonnen und welche verloren haben. Signifikant zulegen konnten die privaten Radiostationen Radio Central, Radio Rottu, Rouge FM und das Tessiner Radio 3i. Radio Energy kann seine Stellung als meist gehörtes Privatradio in der Deutschschweiz seit dem 2. Semester 2015 halten. Marktanteile verloren, haben hingegen die öffentlich-rechtlichen Stationen SRF 1, SRF 3 und Radio Swiss Pop sowie die privaten Radios Argovia, Energy Basel und Radio Munot.

Quelle: Mediapulse Radiopanel

Quelle Bild: http://www.swissradioworld.ch/de-ch/radio

Link intern: W:\MEDIEN\RADIO\Hörerentwicklung

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swiss radioworld lanciert die europaweit erste Plattform für den automatisierten Einkauf von Radiowerbung

Autoren: Claudia Diener / Jasmin Lehner 

swiss radioworld (srw) ist eine Audiovermittlungsfirma, die auf Radiowerbung spezialisiert ist. Die Tochterfirma der Goldbach Group führt nun als erste in Europa eine nationale Programmatic-Platform ein. Dieser innovative Schritt zur Automatisierung der Kampagnenplanung und -buchung vereinfacht den Zugang zu Radiowerbung und die Abwicklung enorm.

Phase 1 – Inventar

Bis jetzt gab es keine zentrale Schnittschnelle zwischen den zahlreichen Schweizer Privatradiosendern und swiss radioworld. Per 1. Juli 2017 führt srw nun, nach erfolgreichen Testkampagnen, das neue Dispo-Tool amily ein. Anschliessend werden Drittsysteme wie die Sell Side Platform (SSP) adremes und die Dispo-Tools der Radiosender (z.B. Delfin) eingebunden. Diese erste Projektphase sollte bis Ende 2017 abgeschlossen sein.

Der Einsatz einer SSP für den Radioeinkauf ist in Europa ein Novum. Die Buchungs- und Auslieferungsprozesse werden dadurch weitgehend automatisiert über System-Schnittstellen der beteiligten Unternehmen abgewickelt. Damit wird laut Ralf Brachat, Managing Director der srw, die Basis für datenbasierte, dynamische und automatisierte Kampagnenauslieferung geschaffen.

Für die technische Umsetzung holt sich die swr die Unterstützung der Systeme der Münchner amily GmbH sowie der adremes GmbH aus Hamburg. Die Macher sind davon überzeugt, dass der Schweizer Radiomarkt durch diese Zusammenarbeit technologisch entscheidend weiterentwickelt wird.

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Phase 2 – Produkte

Ab Mitte 2017 werden datenbasierte Produkte entwickelt, die neue Möglichkeiten für Werbetreibende bieten. Einzelne Ideen/Projekte können bereits vorgängig realisiert werden. Gemäss Ralf Brachat stehen die Benefits für den Kunden dabei klar im Fokus. Der hohe personelle Koordinationsaufwand bei der Umsetzung spezieller Targetings, wie beispielsweise der automatisierte Einsatz von Spots bei spezifischen Wetterverhältnissen oder bei spontanen regionalen Verkaufsförderungsmassnahmen, wird sinken. Den spezifischen Bedürfnissen der Werbekunden, die sich oft eine intelligente, dynamische Ausspielung klassischer Radiospots wünschen, wird damit Rechnung getragen. Wenn ein zusätzlich angeschlossener Wetterserver das entsprechende Signal gibt, kann der Spot beispielsweise automatisch zur richtigen Zeit am richtigen Ort ausgestrahlt werden. In Zukunft kann also der Kunde ein Mediabudget vorgeben und die Kampagne wird über srw aufgrund datenbasierter Server automatisch gesteuert.

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Phase 3 – Zugang

Im Laufe des nächsten Jahres startet die Konzeption für die Demand Side Platform (DSP) über welche Mediaagenturen Zugang zum Radio-Inventar erhalten und dieses automatisiert einkaufen können. Der Start des automatisierten Radio-Einkaufs soll 2018 erfolgen. Noch offen ist, inwiefern die neuen Möglichkeiten bei der Buchung der Radiowerbung auch Auswirkungen auf das Tarif- und Preismodell haben werden.

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Programmatic Day 16

Am 9. November wurde in Zürich zum PAD16 geladen. PAD steht für Programmatic Advertising Day und ist die Konferenz, welche die wichtigen Player im Bereich des automatisierten Mediaeinkaufs, -Verkaufs und Technologie zusammen bringt.

Mediaschneider war zweifach involviert: Philipp Semmler und Moritz Schneider standen im Buyer Track als Referenten auf der Bühne. Dominik Steiner, Salome Ulrich, Celina Bernasconi und Kevin Köchli besuchten verschiedene Referate und haben ihre Erfahrungen und Erkenntnisse für unseren Blog festgehalten.
Wir wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre und freuen uns auf weiteren Austausch zu diesem zukunftsträchtigen Thema.

 

PAD 16 – Andreas Rau – Programmatic Creativity (Autor: Kevin Köchli)

 

PAD 16 – Tobias Zehnder – Die Vermessung der Werbe-Welt (Autor: Dominik Steiner)

 

PAD 16 – Remo Baumeler & Juan Fernando Barón – AdBlocking: Mögliche Strategien für Publisher (Autorin: Salome Ulrich und Celina Bernasconi)

 

PAD 16 – Philipp Semmler & Moritz Schneider – Wir irren uns empor – Die Wirklichkeit im Programmatic Advertising (Salome Ulrich)

von

PAD 16 – Andreas Rau – Programmatic Creativity

Von Kevin Köchli

Andreas Rau (Agency Business Lead, DACH) verdeutlichte in seinem Vortrag als erstes die Wichtigkeit der drei Pfeiler Mobile, Daten und Automatisierung für den Erfolg aktueller Unternehmen. Als Beispiele dafür stehen Uber, das weltweit grösste «Taxi»-Unternehmen, das kein einziges Auto und Airbnb, das grösste «Hotel»-Unternehmen, das kein einziges Bett besitzt. Aber auch die zwei grössten Handelsunternehmen gehören hier erwähnt: Amazon und Alibaba besitzen keine eigenen Ladengeschäfte.

Diese Beispiele zeigen, dass erstens die Menschen sehr mobil geworden sind und wir zweitens ausreichend Daten sammeln können, um mit dieser Mobilität umzugehen. Das heisst auch, dass Businessmodelle mit wenig Manpower skaliert werden können: Es braucht keine physischen Ressourcen mehr, um ein Geschäft zu automatisieren.

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Der Markt ist entsprechend sehr schnelllebig geworden. Auch ein grosser Player wie Facebook muss sich konstant weiterentwickeln, um seine Marktposition beizubehalten. Für Agenturen bedeutet dies hoher Wettbewerbsdruck, weil immer wieder neue Konkurrenten, insbesondere im Technologiebereich, auf den Markt drängen.

 

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Auch der Anspruch an die Werbung steigt: Für den mobilen Menschen sind Smartphones sind zu einem sehr persönlichen Gerät geworden. Die Werbung muss daher immer exakter auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten sein.

Bei Facebook heisst das, dass die User zu Publishern werden und Werbung daher stets mit Inhalten von Freunden und Communities in Konkurrenz steht. Es stellt sich also die Frage, wie ein Werbetreibender seinen Inhalt ausreichend relevant gestaltet, um die gewünschte Aufmerksamkeit zu erreichen.

Eine bewährte Methode, um eben diese Relevanz zu erreichen, ist die Segmentierung und sequenzielle Schaltung von Botschaften über Werbemittel, die exakt auf die Zielgruppe abgestimmt sind. Andreas Rau hat dazu den Case des Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen Tchibo präsentiert: Die Zielgruppen wurden anhand des Nutzerverhaltens definiert. Diese Gruppen wurden dann mit Creatives bespielt, die exakt für diese Nutzer relevant sind.

Das sequenzielle Schalten verschiedener Botschaften ist ein weiteres Mittel, um Relevanz zu schaffen. Das heisst zum Beispiel, dass eine Verkaufsanzeige einem Nutzer nur ausgespielt wird, wenn er vorab das Video oder das Foto Ad gesehen hat und der Wiedererkennungseffekt entsprechend hoch ist.

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Der Link zur gesamten Präsentation (Quelle Bilder):

https://yoveotv.ch/wirtschaft-politik/Business/pad-16-programmatic-creativity

 

Autor: Kevin Köchli

 

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Tobias Zehnder – Die Vermessung der Werbe-Welt

Von Dominik Steiner

 

Tobias Zehnder, Partner und Co-Founder der Webrepublic AG, beschreibt zu Beginn seines Referates zwei User mit einem sehr ähnlichen Profil:

Männlich, 1968 geboren, zum zweiten Mal verheiratet, zwei Kinder, sehr reich, fährt gerne in die Schweiz zum Skifahren.

Dieses Userprofil trifft auf Prinz Charles ebenso zu wie auf Ozzy Osbourne.

Worauf Tobias Zehnder hinweisen wollte: Programmatic Advertising sowie verschiedene Tracking-Instrumente ermöglichen heute, die User genauestens zu beschreiben. Aber das Beispiel zeigt, dass auch ein noch so fokussiertes Targeting keine Garantie für die Zielgenauigkeit einer Werbekampagne ist.

Grosse Datenmengen erhöhen selbstverständlich das Innovationspotential und die Analysemöglichkeiten, der Hauptgrund, warum überhaupt so viele Daten gesammelt werden. Tobias Zehnder rät, sich von den Datenpools nicht beirren zu lassen, aufgrund der grossen Menge sind die Möglichkeiten entsprechend unendlich. Mehr Daten führen aber nicht immer zu erfolgreicheren Kampagnen, auch wenn es auf den ersten Blick danach aussehen mag.

Für ein wirksames Online-Tracking, der Referent nennt es „das Stiefkind der Werbebranche“, empfiehlt er:

  1. Conversions entlang des User Funnel messen

On-site Analyse-Tools bieten viele Möglichkeiten, den User im Rahmen des Costumer Journeys zu tracken, um damit seine Absichten besser zu verstehen. Der User Funnel wird dabei am besten in SEE (Awareness) THINK (Consideration) und DO (Action) unterteilt.

 

  1. Custom Variable ist der neue beste Freund

Ein Tracking muss sauber implementiert werden, damit es aussagekräftige Daten liefert. Diese Planung geht häufig vergessen, in der Konsequenz wird dann mit den immer gleichen, allgemein gehaltenen Variablen gearbeitet. Mit individuellen Variablen lässt sich viel mehr herausholen.

 

  1. Cross-Channel Insights dank einheitlichem Tracking

Wichtig ist, dass für eine Kampagne auch ein einheitliches Tracking installiert wird. Damit werden Cross-Channel Insights viel aussagekräftiger.

 

  1. Remarketing für einzelne User optimieren

Der User und nicht die Marketingstrategie bestimmt, wo er auf seinem Weg zur Conversion steht.

 

  1. Kontaktoptimierung

Wichtig ist, dass beobachtet wird, wie oft der User angesprochen werden muss, damit er optimal konvertiert. Es gilt auch, besonderes Augenmerk auf die maximale Anzahl Kontakte zu richten.

 

  1. Impact auch ausserhalb des Adservers messen

Obwohl es bequem ist, das gesamte Tracking mit einem Tool zu machen, lohnt es sich, immer wieder andere Informationen hinzu zu ziehen, da diese zusätzliche Insights liefern, zum Beispiel die Brand Lift Studie).

Meine Erwartungen an die Präsentation von Tobias Zehnder waren sehr hoch, allein schon wegen des imposanten Titels. Ich hatte mir eine Übersicht zum aktuellen Stand des Online-Trackings erwartet und wunderte mich entsprechend etwas, dass der Fokus sehr bald auf den technischen Möglichkeiten zur Kampagnenoptimierung lag, was natürlich dazu passte, dass die Veranstaltung im Tech Track lag. So ging ich zum Schluss zufrieden und mit konkreten Tipps nach Hause.

 

 

Der Link zur gesamten Präsentation:

https://yoveotv.ch/wirtschaft-politik/Business/pad-16-tobias-zehnder-die-vermessung-der-werbe-welt

 

Autor: Dominik Steiner

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Remo Baumeler & Juan Fernando Barón – AdBlocking: Mögliche Strategien für Publisher

Von Salome Ulrich

„Adblocking“ ist aktuell ein vieldiskutiertes Thema. Remo Baumeler (Managing Director Audienzz) und Juan Fernando Barón (Chief Digital Officer Ringier) haben am Programmatic Day 2016 aufgezeigt, wie Publisher damit umgehen können.

Eine Herausforderung in dieser Thematik ist u.a., dass die Messungen der Adblocking-Raten nicht vergleichbar sind, weil sie mit verschiedenen Tools berechnet werden. Als Beispiel wurden Zahlen von nzz.ch präsentiert:

Für Desktop-Geräte wird eine Adblocking-Rate von ungefähr 12% kommuniziert, für Mobile liegt sie bei weniger als 1%.

 

Die beiden Referenten stellten zudem vor, welche Optionen es aktuell gibt, um Adblocker zu umgehen:

Circumvention

Die Ads werden trotz installiertem Adblocker angezeigt. Es gibt verschiedene Anbieter auf dem Markt, welche immer neue Technologien dazu präsentieren (müssen). Dies führt zu einem „Katz- und Mausspiel“ zwischen Usern mit installiertem Adblocker sowie den Anbietern der entsprechenden Technologien (z. B. Addefend, Counterblock).

Contentblocking

Bei Usern, die einen Adblocker installiert haben, wird kein Content angezeigt. Diese Lösung nutzt zum Beispiel bild.de. Rechtlich wird dieses Vorgehen kritisch beurteilt, zudem führt es zu einem Reichweiten- und Trafficverlust.

Consumer Messaging

Ein Infobalken bittet die User darum, den Adblocker zu deaktivieren. Audienzz hat dieses Vorgehen auf nzz.ch getestet – ohne Erfolg wie Remo Baumeler berichtet: Es konnte kein Rückgang von Adblocking verzeichnet werden und auf Facebook ging ein Shitstorm dazu los.

Whitelisting

Bei statischen Bild- und Textanzeigen kann der Publisher den Anbieter der Adblocking-Technologie dafür bezahlen, dass seine Ads trotz Adblocker angezeigt werden. Der Publisher macht sich damit aber von den Adblocking-Anbietern abhängig und unterstützt mit seinen Zahlungen zusätzlich deren technische Weiterentwicklung.

 

Abschliessend kann festgehalten werden, dass Audienzz eine ganzheitliche Branchenlösung anstrebt und aktuell auf weitere Massnahmen verzichtet, insbesondere da die aktuellen Optionen suboptimal sind. Der Fokus wird auf alternative Werbemöglichkeiten, z. B. Native Advertising, gelegt, um die grundlegende Herausforderung von Adblocking in den Griff zu bekommen.

Ringier führt im 2017 auf blick.ch ein Dreistufen-Modell ein. Dieses bietet dem User die Möglichkeit, die Menge an angezeigter Werbung individuell festzulegen. Dieses dreistufige Modell beinhaltet nebst zwei kostenlosen Optionen auch ein werbefreies Abo.

Der Link zur gesamten Präsentation:

https://www.slideshare.net/secret/1OZDwY2u8L2HW2

 

Autor: Salome Ulrich

von

Philipp Semmler & Moritz Schneider – Wir irren uns empor – Die Wirklichkeit im Programmatic Advertising

Von Salome Ulrich

 

Die HOY AG, Silbersponsorin und Vertreterin des PAD16 OK, war im Buyer Track vertreten. Philipp Semmler, CEO und Moritz Schneider, CTO der HOY AG haben in ihrem gemeinsamen Referat das Augenmerk auf die nach wie vor bestehenden Kinderkrankheiten des Programmatic Advertising gelegt.

Philipp Semmler startete mit einer der grössten Herausforderungen im Programmatic Advertising: Die Suche nach qualifiziertem Personal. Mangels einer spezifische Aus- oder Weiterbildung agieren Agenturen, Publisher sowie Advertiser weiterhin nach dem Prinzip „Learning by doing“. Wir irren uns also gemeinsam zu einem stringenten und erfolgreichen Programmatic Advertising empor.

Um als Agentur erfolgreich im Markt bestehen zu können, so die Referenten weiter, seien zwei sich gegenüberstehende Säulen unabdingbar:

Investition in die beste Technologie

Dazu gehört insbesondere Fachwissen über Brand Safety, eine sorgfältige Auswahl einer DSP (Demand Site Plattform) und des Adservers sowie verwendbare 1st, 2nd und/oder 3rd Party Daten.

Investition in das beste Personal

Auf der personellen Seite sind sowohl Ad Operators (Buying und Optimierung einer RTB-Kampagne auf der DSP) als auch Campaign Manager (technische Aufsetzung im Adserver) elementar. Weiter überprüfen Dealmanager die laufenden Deals und sind in Kontakt mit Publishern, um neue aufzusetzen.
Die Spezialisten für Brand Safety und Adfraud, sie beobachten laufende Kampagnen und das Inventar auf dem Markt, nehmen an Wichtigkeit zu.
Die richtige Technologie und das beste Personal bilden die Basis. Wichtig ist aber ebenfalls, wie dann die vorhandenen Targetings und Umfelder gehandhabt werden. Die Möglichkeiten im Programmatic Advertising scheinen endlos, aber häufig scheitern Agentur am scheinbar Einfachsten:

Wenn Publisher die URLs nicht weitergeben, wissen Agenturen auf welcher Site der Traffic ausgeliefert wird. Dies ist aktuell bei rund 18% des Traffics der Fall. HOY versucht, wo immer möglich, diesen Traffic zu umgehen.

Der Anteil des Traffics, der keinem Carrier (Netzbetreiber oder Internetanbieter wie z. B. Swisscom) zugeordnet werden kann, liegt bei über 20%. Bei soziodemographischem Targeting sieht es noch schlechter aus: Je nach Exchange liegt der Anteil der Altersklassen, die nicht zugeordnet werden können, zwischen 34% bis 99%. In Bezug auf das Geschlecht des Users sieht es nur minimal besser aus.

Die Cookie-basierte Reichweitenmessung ist ein Problem, das nicht nur im Programmatic Buying auftaucht. Diese Methode der Reichweitenmessung, stellt jedes der Geräte (in der Schweiz 3,4 Geräte/Person) als eigenständigen User dar. Das führt zu einem viel zu tiefen OTS und einer viel zu hohen Reichweite.

Das neue Cross-Device Tracking von Doubleclick verspricht, dieses Problem in den Griff zu bekommen. HOY hat mit diesem neuen Messsystem bis zu 3,3-mal tiefere Reichweiten gemessen, was wiederum, wie in der klassischen Reichweitenmessung, zu einem viel höheren OTS führte.

 

Allen Herausforderungen zum Trotz lässt sich zusammenfassend sagen, dass mit der richtigen Technologie, gutem Personal sowie unter Einbezug von geopolitische Gegebenheiten oder dem Wetter und mit der richtigen Strategie inklusiver klar definierten KPIs mit Programmatic Advertising viel erreichen lässt.

 

Aus dem Nähkästchen geplaudert

Nahezu die Hälfte des Aufwands entfällt bei HOY auf die Optimierung und Aufsetzung von RTB-Kampagnen, während ein Drittel für das Deal-Management aufgewendet wird. Das Thema Brandsafety ist auch in der Schweiz aktuell und beschäftigt HOY zu rund 20%. Das Schlusslicht bildet der einzige „vermeidbare“ Posten: das Issue Tracking. In rund 7% der Zeit werden Technologiefehler ausfindig gemacht und ausgemerzt.

Ebenfalls interessant ist der Wandel vom Open RTB zu Private Inventar. Während Ende 2015 bei HOY noch rund 2/3 des Budgetanteils über Open RTB ausgeliefert wurde, zeigt sich heute ein gegenteiliges Bild: 2/3 des gesamten Programmatic Volumens wird über Private und Guaranteed Deals abgewickelt.

Der Link zur gesamten Präsentation:

https://yoveotv.ch/wirtschaft-politik/Business/pad-16-wir-irren-uns-empor-die-wirklichkeit-im-programmatic-advertising

Autorin: Salome Ulrich

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Die Radiolandschaft befindet sich im Umbruch

Fortschreitende technologische Entwicklungen, hohe Anforderungen auf Agentur- und Kundenseite sowie erzielte Learnings aus der TV-Messystemumstellung im Jahr 2012 führten dazu, dass die Interessengemeinschaft elektronischer Medien IGEM das Projekt ExplorRadio ins Leben gerufen hat und im Rahmen eines Infolunches bei der Goldbach Media in Küsnacht Interessierte aus der Branche über das Projekt informierte.

Der Geschäftsführer der IGEM Ueli Custer eröffnete die Veranstaltung mit einer kurzen Einführung und übergab den Referenten Franz Bürgi (Geschäftsleiter der Mediapulse AG) und Caroline Kellerhals (Studienleiterin ExplorRadio und Head of Research Mediapulse AG) das Wort. Die Referenten zeigten auf, wo das Projekt heute steht und mit welchen Herausforderungen die Währungsumstellung konfrontiert wird.

Die Umstellung behält vorerst viel Bewährtes aus der sogenannten ersten Generation: Unter anderem wird das Audiomatching mit der Mediawatch und die hohe Datengranularität genannt sowie die Messbarkeit aller referenzierbarer Audio-Inhalte. Die Neuigkeiten im Rahmen der zweiten Generation betreffen auch die Mediawatch: Diese kommt in einem moderneren und eleganteren Gehäuse daher mit dem Ziel, die Akzeptanz bei den Panelisten zu erhöhen. Die Stichprobe wird zudem verdoppelt – das Preismodell wird daher angepasst. Im gleichen Atemzug wurde betont, dass die Preisanpassung nicht in substanzieller Höhe sei, sondern wird sich an den heutigen Preisen orientieren.

Eine zentrale Erneuerung ist die schnellere Datenverfügbarkeit: Mithilfe einer Dockingstation ist nun ein täglicher Datentransfer möglich. Bisher, in der ersten Generation, wurden die digitalen Informationen auf dem Uhr-Chip gespeichert und nach zwei Wochen ins Labor retourniert. Die neue Technologie führt somit zu kürzeren Auswertungsintervallen und schnellere Datenverfügbarkeit.

Neu ist auch die Kopfhörernutzung-Messung: Das Messen wird durch eine Ad-hoc Befragungen abgelöst. Diese soll den Panelistenaufwand verringern und wird als kosteneffizientere Lösung erachtet.

Die Umstellungsphase wird sich über mehreren Jahren erstrecken (mindestens 2019) und die noch zu bewerkstelligen Aufgaben sind anspruchsvoll und breit gefächert. Das neue Messsystem wird ab 01.07.2017 parallel mit dem aktuellen System laufen und im Anschluss dieses Parallelbetriebs wird am 01.01.2018 die Währungsumstellung definitiv eingeführt. Die Publikationen des ersten Semesters werden per Juli 2018 erwartet. Für die Anwender der neuen Auswertungssoftware EvoRep werden vor der definitiven Umstellung Schulungen angeboten.

Im Februar 2017 findet der nächste IGEM-Event statt bei dem über die abgeschlossenen und kommenden Projektschritte von ExplorRadio informiert wird.

Alle Informationen zu den Veränderungen des Mediapulse Radiopanels sind hier abrufbar: www.explorradio.ch

 

Autor: Serafina Dima

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