Fachwissen

Ein persönlicher Rückblick von unserem CDO Moritz Schneider

Am Swiss Programmatic Advertising Day im Juni ging mir die Zeit aus. Nach meiner Präsentation zu CTV kamen mehr Fragen aus dem Publikum, als wir auf der Bühne beantworten konnten.

Auffällig war, worum es dabei ging. Nicht um Reichweite. Nicht um Geräte. Sondern um Messung.

Die Diskussion über CTV in der Schweiz dreht sich seit Jahren um Reichweite. Ist das Wohnzimmer erreichbar? Sind die Geräte da? Wie viele Haushalte streamen? Das ist geklärt. Die Breitbandversorgung stimmt, die Geräte stehen im Wohnzimmer, das Nutzungsverhalten hat sich verschoben.

93 Prozent der Schweizer Befragten können mit dem Begriff Connected TV übrigens nichts anfangen, wie eine Admeira/GfK-Untersuchung Anfang 2025 herausfand. Sie stört mich nicht, die Leute müssen unsere Fachbegriffe nicht kennen, sie streamen einfach.

Die Fragen im Saal kamen aus der Praxis. Und die Praxis fragt nicht, ob CTV Reichweite hat. Sie fragt, wie man sie belegt, wie man über Anbieter hinweg aussteuert und wie man Frequenz im Griff behält. Es fehlt eine einheitliche Messwährung, das Inventar ist stark fragmentiert und einige Anbieter operieren mit proprietären Zugängen und isolierten Systemlogiken. Genau da bleibt vieles Handarbeit.

Wir haben das in Kampagnen mehrfach durchgespielt. Es geht. Aber es geht mit Aufwand, nicht per Knopfdruck.

Ich glaube deshalb, der Engpass bei CTV in der Schweiz ist nicht die Reichweite. Es ist die Marktreife.

Autor:in

Moritz Schneider

Chief Digital Officer

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