Eine Reise durch die digitale Medialandschaft

Wenn ich rund zehn Jahre zurück denke, begannen wir damals gerade erst mit unseren Kunden kleine Budgets für noch kleinere Online-Kampagnen zu planen. Und nur die ganz wagemutigen Kunden waren bereit, die digitalen Medien zu testen. Heute kommen wir nicht mehr daran vorbei, in digitale Medien zu investieren, um die Konsumenten in der aktuellen Botschaftsüberflutung überhaupt zu erreichen und sie auf ihrer Reise zur Kaufentscheidungsfindung zu begleiten. Wie sich die digitale Medienlandschaft entwickelt hat und was uns zukünftig erwartet, durften wir an einem zweitägigen IGEM-Workshop in den Räumlichkeiten von Admeira erfahren.

Arend Hendriksen (nugg.ad) führt uns zu Beginn durch die digitale Medialandschaft und gibt einen Überblick des Werbemarktes, der verschiedenen digitalen Mediaformen sowie einiger Zahlen aus der Werbestatistik. Mir sticht ins Auge, dass, obwohl die Internetnutzung national bei fast 90% liegt, nach wie vor die meisten Werbeausgaben in Printmedien, gefolgt von Fernsehen, investiert werden. In Onlinemedien fliessen lediglich 13%. Die Frage stellt sich: Schauen wir denn noch lineares Fernsehen? Lesen wir noch Zeitung? Ich schon. Sehr subjektiv, ich weiss, aber die Forschungszahlen zeigen, dass Fernsehen und Print immer noch wirken. Es kommt auf den multimedialen Ansatz an, das integrierte Zusammenspiel und die Geschichte, die erzählt wird.

Mobile floriert

Kürzlich habe ich aufgeschnappt, dass das Handy ein Teil der Persönlichkeit und der persönliche Lebensplaner geworden ist – schmunzel – hat was! Bei den Digital Natives verzeichnen wir, gemäss dem Media Use Index von Y&R, eine 100%ige Nutzung. Und diese Zielgruppe wird ja auch immer älter.

Wen sprechen wir in Zukunft an?

Neben aktuellen Entwicklungen wie Adblocking, AdFraud, Native Advertising, Influencer Marketing und Chatbots finde ich die Digital Assistants sehr interessant. Wer kennt Alexa? Alexa ist ein von Amazon entwickeltes Audiogerät, sozusagen ein persönlicher Assistent, vergleichbar mit Siri im Smartphone. Ich frage mich, wen wir in Zukunft mit unserer Marketing-Botschaft ansprechen müssen, den Menschen oder Alexa?

Michael Selz, Director Insights & Strategy bei der OMD, präsentierte die Vielfalt der vorhandenen Studien zur Medianutzung. Danach führte uns Philipp Semmler, CEO der Hoy AG, sehr ausführlich durch das Programmatic Buying. Ideal wäre, wenn digitale Kampagnen in Zukunft nur noch auf Basis von Programmatic abgewickelt würden. Wir werden sehen, ob das so sein wird. Sicher ist, diese Art von Einkauf verbessert die Optimierungsmöglichkeiten.

AdFraud nimmt zu – Brand Safety wird immer wichtiger

Die Zahl an Betrugsfall-Beispielen steigt in letzter Zeit stetig, insbesondere bei Video-Werbung. Dies liegt daran, dass Werbetreibende bereit sind, mehr in Video-Werbung zu investieren.

Hier möchte ich auf unseren aufschlussreichen Artikel, der weiter auf das Thema eingeht, verweisen: https://www.mediaschneider.com/de/portfolio/brand-safety-und-fraud-detection/

Gemäss Philipp Semmler erwartet uns die Attribution und die Verknüpfung von Online und Offline über die Ortung der Devices. Der nächste Challenge für die Mediaplanung ist das Machine Learning. Wir werden in nächster Zukunft anhand Machine Learning echte Empfehlungen erarbeiten können, was zu interessanteren Resultaten führen wird.

Multiscreen-Nutzung & Customer Journey

Am zweiten Tag führte uns Thomas Schrämli von Schrämli Consulting am Vormittag durch die Grundsätze und Vorgehensweise der Multiscreen-Nutzung und des Consumer Journey. Die Vielfalt der Touchpoints auf der Reise des Konsumenten vor einem Kauf ist beeindruckend und regt die Kreativität an. Sogleich habe ich mir überlegt, wie ich Kampagnen medial ausrichten könnte, um die Zielgruppe noch genauer anzusprechen.

Gemäss Schrämli müssen bei der Multiscreen Planung in erster Linie die Zielgruppe und die Zielsetzung beachtet werden. Der Zugang zur Zielgruppe, die Formate und die Kreation gehören aber ebenso dazu. Kanal und Botschaft rücken immer näher zusammen und kohärente Inhalte sind gefragt.

Meiner Ansicht hätte das Thema von Thomas Schrämli auf einen vollen Tag ausgedehnt werden können, da es unheimlich spannend und umfassend ist.

Herzlichen Dank an die IGEM und die Referenten für die interessanten Präsentationen, Diskussionen und die Inspiration.

 

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