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Kontroverse Welt im Schweizer Printmarkt

Während die Bedeutung von bezahlten Tageszeitungen und der Sonntagspresse in der Corona-Krise stark ansteigt, sind die Werbeeinnahmen dramatisch gesunken.

Der Traum der Verleger ist in Erfüllung gegangen, die Abonenntenzahlen der Tages- und Sontagspresse haben über die letzten Wochen stark zugenommen. Trotzdem können sie sich aktuell nicht über diese Entwicklung freuen. Die Erträge aus der Werbung sind gleichzeitig eingebrochen und haben sich in kurzer Zeit dramatisch um mehr als 50% verringert.

Grosse sowie kleine Verlage rechnen mit massiven Werbeverlusten im Jahr 2020 und melden Kurzarbeit an. Nach einem Workshop mit Experten schätzt der Verband Schweizer Medien mit einem Rückgang bei der Werbung von 380 Millionen Franken. Die Hälfte also vom Vorjahresvolumen von 800 Millionen.

Während die Webseite von 20 Minuten in der aktuellen Situation beispielsweise stark an Reichweite gewinnt, verliert der Printtitel seine Distributionsbasis. Die Verteilung der gedruckten Ausgabe konzentriert sich auf die Knotenpunkte des öffentlichen Verkehrs und dort sind die Pendlerströme weggebrochen. Bei 20 Minuten hat man reagiert, die regionalen Ausgaben wurden eingestellt und die Gesamtauflage reduziert. Ein neu geschaffenes Distributionsnetzwerk über Zeitungsboxen bei den Verkaufsstellen von Coop soll die gedruckte Ausgabe wieder näher zu den Lesern bringen.

Der Verband Schweizer Gratiszeitungen (VSGZ) weist in einem offenen Brief an den Bundesrat auf die existentielle Not bei kostenlosen Regionalmedien hin und fordert eine spezielle Unterstützung. Kostenlose Regionalmedien seien aufgrund der Corona-Krise in eine existenzbedrohende Situation geraten, nachdem der Bundesrat die Tätigkeit vieler Gewerbetreibender eingeschränkt oder gar aufgehoben habe. Die Betroffenen würden deshalb keine Werbung mehr schalten, heisst es im am Dienstag veröffentlichten Brief.

In Krisenzeiten wollen die Leser glaubwürdig und sachgemäss informiert werden und greifen darum wieder vermehrt zu Print. Die Abonnentenzahlen der grössten Tageszeitungen steigen, beispielsweise wird von der NZZ ein Plus von 5% vermeldet. Auch der Corriere del Ticino konnte die zahlenden Leser in den letzten Tagen um ganze 4’000 steigern. Das Il Caffé – die Sonntagszeitung im Tessin – vermeldet sogar Engpässe bei der Auflage, da die Nachfrage in den letzten Wochen so massiv zugenommen hat.

Die Chance auf eine exklusive Werbeplatzierung und entsprechende Beachtung durch die Leser war also selten so gross wie jetzt. Gleichzeitig sind die TKPs im Print deutlich gesunken. Viele Verlage unterbieten sich aktuell mit Spezialangeboten, damit sie ihre Werbeplätze füllen können.

Die aktuelle Situation bietet darum auch grosse Chancen für Werbetreibende, die azyklisch werben und sich dadurch einen Vorteil am Markt verschaffen möchten. Die Reichweite im Print ist grösser denn je, die TKPs sind überaus attraktiv, die Konkurrenz wirbt meistens zurückhaltend oder gar nicht (was exklusive Platzierungen und grössere Aufmerksamkeit garantiert) und die Leserschaft ihrerseits verfügt über mehr Zeit und Musse für die tägliche Lektüre.

Wir zeigen Ihnen gerne, wie Sie Print auch jetzt für ihre Marke nutzen- und Ihren Media Mix in der aktuellen Situation optimieren können. Kontaktieren Sie uns unverbindlich: