Die neuen halbjährlichen Leserschaftsdaten der MACH BASIC und TOTAL AUDIENCE sind erschienen

Wie sich in den letzten Ausgaben bereits abgezeichnet hat: Die gedruckte Presse kämpft immer noch um jede Leserin und jeden Leser. Allerdings sind auch stabile Entwicklungen zu verzeichnen.

Die Führung der meistgelesenen Deutschschweizer Zeitung behält nach wie vor 20 MINUTEN und weist eine Reichweite von 28% (1.36 Millionen Leser, stabil zur vorgängigen Statistik) aus, BLICK AM ABEND folgt an zweiter Stelle (567’000 Leser, leichter nicht signifikanter Rückgang).

Die Studie TOTAL AUDIENCE zeigt auf, dass die Verschiebung in die digitalen Kanäle voranschreitet, wobei sich die Abwanderung von Print zu Online verlangsamt hat. Nichtsdestotrotz ist aber die Verschiebung innerhalb einer printbasierten Medienmarke spürbar. Insgesamt ist das Verhältnis der Gesamtreichweite rund zwei Drittel Print und ein Drittel Online.

Signifikant an Reichweite verloren haben in der Deutschschweiz u.a. TAGESANZEIGER, BLICK, SONNTAGSZEITUNG, DAS MAGAZIN und NZZ FOLIO. DER DROGISTENSTERN hingegen verzeichnet eine positive Entwicklung, indem er markant an Leserschaft gewinnt.

Dieser folgt einem ganzheitlichen Aufwärtstrend in der Gesundheitspresse. Andere Titel profitieren ebenfalls. Erklären lässt sich das einerseits durch die ältere Leserschaft, welche wieder zu alten Gewohnheiten zurückkehrt und andererseits durch den Gesundheitstrend, welcher auch bei jüngeren Anklang findet und wodurch die Titel wieder brandaktuell werden.

Die grösseren Regionalzeitungen konnten, wie bereits in der Frühlingsausgabe erwähnt, das Niveau knapp halten. In der Westschweiz ist die Leserschaft der Tageszeitung 20 MINUTES und dem COOPÉRATION stabil geblieben.

Die Tessiner Titel zeigen mehrheitlich wieder ein stabiles Bild, allerdings verliert CORRIERE DEL TICINO an Leserschaft. Zu beobachten ist die Entwicklung von ILLUSTRATIONE TICINESE und AZIONE, welche tendenziell an Terrain verlieren.

Ein grosser Gewinner aus der Wirtschaftspresse sticht ganz klar hervor und gewinnt nicht nur zunehmend an Leserschaft, sondern auch an stärkerer Aufmerksamkeit – die BILANZ. Alle anderen Wirtschaftstitel in der Deutschschweiz können nur eine sehr leichte Steigerung aufweisen. Ganz im Gegenteil zur Westschweiz, wo die meisten Wirtschaftstitel den starken Leserschwund zu spüren bekommen.

Auch frauenaffine Titel haben wieder leicht zugelegt und erfreuen sich einer grösseren Beliebtheit.

In diesem Sinne wünscht die Mediaschneider AG eine gute Lektüre!

Autoren: Serafina Dima, Jasmin Lehner, Malte Haenel und Eva Troentlé

Zur Präsentation: MACH Leserentwicklung 

 

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Viewability, ad fraud, brand safety: unveiling the core impact of media quality

Referenten:
• Nick Morley, MD EMEA, Integral Ad Science
• Oliver Hulse, MD GmbH, Integral Ad Science

 
Da sich die Online Marketing-Branche bezüglich Medienqualität zu lange auf die Sichtbarkeit konzentriert hat, gerieten andere Qualitätskriterien wie Ad Fraud und Brand Safety aus dem Fokus.

Nachdem Grosskunden wie P&G und Unilever ihre Budgets für digitale Werbung aufgrund mangelnder Transparenz drastisch kürzten besteht dringender Handlungsbedarf. Gemäss Integral Ad Science (IAS) besteht die grösste Herausforderung darin, dass jede einzelne Werbeeinblendung messbar gemacht werden muss. Stand heute kann Werbung innerhalb von Apps, nur unzureichend überprüft und gemessen werden. Werbetreibenden können somit nur begrenzt vor qualitativ schlechten Umfeldern sowie ungültigem Traffic (Ad Fraud) geschützt werden.

In Bezug auf die Sichtbarkeit haben sich bereits Branchen-Standards durchsetzen können. Sowohl im klassischen Direktgeschäft als auch im Programmatic sind Sichtbarkeitswerte von über 70 Prozent erreichbar. Die durchschnittliche Sichtbarkeit hat sich über die letzten Jahre kontinuierlich verbessert. Dies kann vor allem darauf zurückgeführt werden, dass die Publisher das Problem erkannt haben und Massnahmen zur Verbesserung der Sichtbarkeit ihrer Werbeplätze vorgenommen haben.

IAS teilt heikle Umfelder in sieben Hauptkategorien ein, wie Abbildung 1 zeigt. Im ersten Halbjahr 2017 dominierten die Kategorien Alkohol (Alcohol) sowie Erwachseneninhalte (Adult). Im Vergleich zum klassischen Direktgeschäft, können über Programmatic unerwünschte Umfelder gezielt ausgeschlossen werden. Die Sensitivität der Filterung, also wie gravierend ein Alert ausfallen muss, damit er rausgefiltert wird, kann ebenfalls individuell festgelegt werden.

Das Thema Ad Fraud ist gemäss IAS weiterhin aktuell. Der Anteil an Ad Fraud ist in redaktionell und qualitativ guten Umfeldern wesentlich tiefer. Allerdings lässt sich Ad Fraud durch den Einsatz von Verifizierungsprodukten im Programmatic bereits zu einem grossen Teil vor
der Auktion rausfiltern.

1 Quelle: Werben & Verkaufen, Juni 2017: https://goo.gl/cu5rfU

2 Quelle: Pixalate Blog, Mai 2017: https://goo.gl/6DnLy5

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Faster Mobile Web – Every Second Counts

Referenten:
• Rainer Borchert, Industry Leader Retail, DE, Google Germany
• Dominik Wöber, Head of Performance Sales, Central Europe, Google Germany

 
Die schnelle Ladezeit einer mobilen Webseite ist eine grundlegende Bedingung für effektives Online-Marketing. Viele mobile Webseiten weisen aber oft eine zu lange Ladezeit auf, was sich negativ auf die Performance auswirkt. Untersuchungen haben gezeigt, dass 53% aller Besucher einer mobilen Webseite diese frühzeitig verlassen, falls deren Ladezeit länger als drei Sekunden dauert.

Zudem gibt es eine Korrelation zwischen der Ladezeit einer mobilen Webseite und der Conversion-Rate: Je länger eine mobile Webseite lädt, desto geringer fällt die Conversion-Rate aus. Es liegt deshalb sowohl im Interesse von Werbetreibenden als auch von Agenturen, dass eine mobile Webseite möglichst schnell lädt. Die Referenten sehen drei Bereiche, an denen man ansetzen kann, um die Ladegeschwindigkeiten von mobilen Webseiten zu erhöhen: Weight, Rendering und Redirects. Bei „Weight“ geht es darum, unnötigen Ballast auf der Webseite abzuwerfen. Häufig reicht es schon aus, wenn man die Bilder und Skripte auf der Webseite optimiert. In Bezug auf „Rendering“ wird vorgeschlagen, dass unsichtbare Elemente der Webseite (z.B. Java-Skripte und CSS-Skripte) nicht vor, sondern erst nach den sichtbaren Elementen, wie Bildern und sonstigem Webseiteninhalt, geladen werden. Bei den „Redirects“ geht es um verschiedene Ziel-URL’s, die je nach Gerät oder Produktkategorie anders gestaltet sind. So kann eine Ziel-URL für ein Desktop-Gerät (example.com) in eine Ziel-URL für ein mobiles Gerät umgestaltet werden (m.example.com). Oft kann die Ladezeit einer mobilen Webseite deutlich verringert werden, wenn die Redirects korrekt eingesetzt werden und für ein mobiles Gerät auch eine mobile Ziel-URL verwendet wird.

Die Referenten betonen, dass es nicht immer ganz einfach ist, die Ladezeit einer mobilen Webseite signifikant zu verbessern, denn häufig ist es der Content (z.B. Banner oder Karussell) einer Webseite, welcher die Ladegeschwindigkeit einer mobilen Webseite verlangsamt. Insofern muss ein Werbetreibender Prioritäten setzen und einen trade-off zwischen Ladegeschwindigkeit und Webseiten-Content finden.

Für den Erfolg von programmatischer Werbung und Search Engine Advertising sind schnelle Ladezeiten mobiler Webseiten von grosser Bedeutung. Schnelle Ladezeiten versprechen geringere Abbruchraten und erhöhte Conversion-Rates.

Autor: Manuel Scholz

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Game Change im Real Time Bidding?

Viele aktuelle Themen wurden an der diesjährigen Dmexco ins Rampenlicht gestellt. Die künstliche Intelligenz scheint allgegenwärtig, und auch andere neue Technologien wie Blockchain scheinen Einzug ins Online Marketing gehalten zu haben. Nur beeinflussen diese Technologien meine tägliche Arbeit beim Setup von Kampagnen vorerst nicht marginal.

Allerdings gibt es ein Thema, das mich zwingt, bei allen laufenden Kampagnen die bisherigen Einstellungen zu überdenken. Im Newsletter der Ad Exchange AppNexus wurde verkündet, dass Microsoft als erster grosser Publisher die Auktionsart im Real Time Bidding von der bisherigen Second-Price Auktion zu einer First-Price Auktion wechseln wird. Da Microsoft in der Schweiz als eine der ersten grossen Publisher das gesamte Inventar ausschliesslich im Real Time Bidding anbietet, ist diese Änderung relevant für die Performance aller Kampagnen. Die Abbildung zeigt auf, was der Unterschied zwischen einer Second-Price Auktion und einer First-Price Auktion ist.

Mit diesem Vorwissen habe ich mich auf der Dmexco gezielt bei Anbietern nach dieser Änderung umgehört. Und siehe da: Zwar ist dies nicht ein Thema um neue Kunden anzuwerben, doch bei den Ad Exchanges ist es klar ein Thema. Spezifisch bei Rubicon wird die First-Price Auktion verstärkt beachtet und unterstützt. Die Information über die Art der Auktion soll direkt im Bidrequest mitgegeben werden. Dies bietet den Einkäufern die Möglichkeit, gezielt die Auktionsart auszuwählen.

Der Schritt hin zur Frist-Price Auktion begründen die Anbieter mit der Transparenz: Die Plattformen zum programmatischen Einkaufen und Verkaufen (SSPs, respektive DSPs) werden immer intelligenter und nutzen so jede Möglichkeit aus, um mehr Vorteile rauszuholen. Die Second-Price Auktion setzt voraus, dass die einzelnen Bieter die Gebote der Anderen nicht kennen, nur so erfüllt es seinen Zweck, und dies ist immer weniger gegeben.

Kurz gesagt gilt bei der First-Price Auktion das Prinzip, dass der Gewinner das bezahlt, was er geboten hat. Somit ist der Floorprice, also der vom Anbieter gesetzte Mindestpreis um überhaupt an der Auktion teilzunehmen, klar überprüfbar. Für mich persönlich sind beide Auktionsarten gangbar, nur ist es eine wirkliche Herausforderung, eine Kampagne richtig zu optimieren, wenn beide Auktionsarten vorkommen.

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Culture Shock – Dark Net, Fake News, Chatbots and our future communication

• Jamie Angus (BBC World News)
• Daryl Lee (UM Global)
• Will McInnes (Brandwatch)
• Adam Singolda (Taboola)

Neben operativen Online-Marketing-Themen werden auf der Dmexco auch die aktuellsten Topics zum Thema Internet in den Medien diskutiert. Dazu zählen unter anderem Topics wie „Fake News“ oder „Chatbots“. In der Debatte ging es nicht darum, was sich im Detail hinter diesen Begriffen verbirgt, sondern wie man mit den daraus resultierenden Problemstellungen, wie beispielsweise dem Glaubwürdigkeitsverlust der klassischen Medien, umgehen soll.

Aus der Marketerperspektive ist akkurate Brand Safety der einzige Weg, um solchen Problemen entgegenzutreten. Vollkommene Sicherheit wird es damit nicht geben, denn es liegt in der Natur des Internets, dass die Eintrittsbarrieren für die Verbreitung von Content und News relativ niedrig sind. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung ist der Einkauf von qualitativ hochwertigem Inventar. Es muss gelten: Qualität vor Quantität.

Nicht nur Marketer, sondern auch Medienkonsumenten werden mit dem Thema „Fake News“ konfrontiert und müssen sich Strategien zulegen, mit denen sie die Seriosität und den Wahrheitsgehalt von Nachrichten beurteilen können. Die richtigen Ansätze sind hier z.B. die genaue Überprüfung der Nachrichtenquellen. Seiten ohne Impressum oder Nachrichten, bei denen der Autor anonym bleibt, sind in der Regel unglaubwürdig. Daneben kann man über den Schreibstil auch Rückschlüsse auf die Vertrauenswürdigkeit eines Artikels schliessen. Äussert sich der Autor ganz klar despektierlich gegenüber Menschen, verwendet eine hässige Sprache oder beleuchtet ein Thema klar aus einer Perspektive, sind das Zeichen für manipulierende News. Informationen, die einen besonders bewegen, sollte man grundsätzlich über mehrere Medien und aus mehreren Perspektiven heraus betrachten. Zudem sollte man sich auf Basis der gesammelten Fakten und durch eigenes Nachdenken eine Meinung bilden.

Letzten Endes werfen sich hier philosophische Frage auf: „Was ist wahr und was ist falsch?“, „Ist zum Schluss nicht jeder ein Lügner?“, „Können Medien die Wirklichkeit zu 100% widerspiegeln?“, „Gibt es eine Wirklichkeit?“. Diese Fragen stellten sich aber schon immer und sind nicht erst durch das Aufkommen des Internets entstanden.

Autor: Thomas Veit

 

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Sheryl Sandberg, COO von Facebook an der Dmexco in Köln

Sie gilt als eine der einflussreichsten Frauen der Welt, ist die Vertrauensperson von Mark Zuckerberg und ihr Vermögen wird auf über eine Milliarde Dollar geschätzt. Sheryl Sandberg war sicherlich eine der hochkarätigsten Speaker an der diesjährigen Dmexco.

Dementsprechend gross war auch das Interesse an ihrem Vortrag. Bereits über eine halbe Stunde vor Beginn war die Halle mit über 2’000 Leuten gefüllt. Wer nicht frühzeitig da war, wurde nicht mehr reingelassen.

Euphorisch wurde Sheryl dann auch angekündigt, begleitet von Scheinwerferlicht und frenetischem Beifall betrat sie die Bühne. Gleich zu Beginn ging sie auf die aktuelle Weltsituation ein. Wir befänden uns in einer schwierigen Situation, da bei grossen Teilen der Bevölkerung Angst die Oberhand nimmt. Aber auch die disruptiven Technologien stellen uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Nichtsdestotrotz sei es wichtig, dass wir optimistisch bleiben, denn die neuen Technologien würden uns auch viele wunderbare Verbesserungen bringen. Sie bezeichne sich deshalb als «Optimist» und als «Tech-Guy». Das sei eine wichtige Voraussetzung, um in der heutigen Zeit erfolgreich zu sein, dass man optimistisch und interessiert an neuen Technologien ist.

Anschliessend ging sie vertieft darauf ein, wie wichtig Mobile in den letzten Jahren geworden ist. Es wurde der altbekannte Chart gezeigt, welcher ersichtlich macht, wie schnell sich Mobile im Gegensatz zu allen anderen Medien verbreitet hat.

Im mobilen Zeitalter sei es für Unternehmen wichtig, dass sie sich an folgende drei Leitsätze halten:

  1. Focus on your mission
  2. Build community
  3. Communicate who your are

Sheryl zeigte nun Beispiele von verschiedenen Unternehmen in Deutschland, welche diese Grundsätze – mithilfe von Facebook versteht sich – erfolgreich umsetzen. So erzählte sie zum Beispiel von ihrem Besuch bei Cucula, einer Organisation welche Flüchtlingen die Möglichkeit gibt, Möbel und Kunst zu entwerfen und diese dann Online zu vermarkten. Oder von einem Winzerunternehmen, welches seit hunderten von Jahren in Familienbesitz ist und ebenfalls erfolgreich seinen Weg auf Facebook gefunden hat.

Unter dem Strich war der knapp 30-minütige Auftritt doch eher eine Werbeveranstaltung für Facebook. Wer erwartet hatte, dass Sheryl bahnbrechende Neuigkeiten frisch aus Menlo Park mitbringen würde, wurde enttäuscht. Am Schluss übte sie dann doch noch etwas Eigenkritik: Sie räumte ein, dass für Werbetreibende und Agenturen die gewünschte Transparenz wohl noch nicht immer gegeben sei bei Facebook. Sie versicherte allen Anwesenden, dass sie hart daran arbeiten, die höchstmögliche Transparenz zu schaffen und den Wünschen von Werbetreibenden und Agenturen nachzukommen.

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Eine Reise durch die digitale Medialandschaft

Wenn ich rund zehn Jahre zurück denke, begannen wir damals gerade erst mit unseren Kunden kleine Budgets für noch kleinere Online-Kampagnen zu planen. Und nur die ganz wagemutigen Kunden waren bereit, die digitalen Medien zu testen. Heute kommen wir nicht mehr daran vorbei, in digitale Medien zu investieren, um die Konsumenten in der aktuellen Botschaftsüberflutung überhaupt zu erreichen und sie auf ihrer Reise zur Kaufentscheidungsfindung zu begleiten. Wie sich die digitale Medienlandschaft entwickelt hat und was uns zukünftig erwartet, durften wir an einem zweitägigen IGEM-Workshop in den Räumlichkeiten von Admeira erfahren.

Arend Hendriksen (nugg.ad) führt uns zu Beginn durch die digitale Medialandschaft und gibt einen Überblick des Werbemarktes, der verschiedenen digitalen Mediaformen sowie einiger Zahlen aus der Werbestatistik. Mir sticht ins Auge, dass, obwohl die Internetnutzung national bei fast 90% liegt, nach wie vor die meisten Werbeausgaben in Printmedien, gefolgt von Fernsehen, investiert werden. In Onlinemedien fliessen lediglich 13%. Die Frage stellt sich: Schauen wir denn noch lineares Fernsehen? Lesen wir noch Zeitung? Ich schon. Sehr subjektiv, ich weiss, aber die Forschungszahlen zeigen, dass Fernsehen und Print immer noch wirken. Es kommt auf den multimedialen Ansatz an, das integrierte Zusammenspiel und die Geschichte, die erzählt wird.

Mobile floriert

Kürzlich habe ich aufgeschnappt, dass das Handy ein Teil der Persönlichkeit und der persönliche Lebensplaner geworden ist – schmunzel – hat was! Bei den Digital Natives verzeichnen wir, gemäss dem Media Use Index von Y&R, eine 100%ige Nutzung. Und diese Zielgruppe wird ja auch immer älter.

Wen sprechen wir in Zukunft an?

Neben aktuellen Entwicklungen wie Adblocking, AdFraud, Native Advertising, Influencer Marketing und Chatbots finde ich die Digital Assistants sehr interessant. Wer kennt Alexa? Alexa ist ein von Amazon entwickeltes Audiogerät, sozusagen ein persönlicher Assistent, vergleichbar mit Siri im Smartphone. Ich frage mich, wen wir in Zukunft mit unserer Marketing-Botschaft ansprechen müssen, den Menschen oder Alexa?

Michael Selz, Director Insights & Strategy bei der OMD, präsentierte die Vielfalt der vorhandenen Studien zur Medianutzung. Danach führte uns Philipp Semmler, CEO der Hoy AG, sehr ausführlich durch das Programmatic Buying. Ideal wäre, wenn digitale Kampagnen in Zukunft nur noch auf Basis von Programmatic abgewickelt würden. Wir werden sehen, ob das so sein wird. Sicher ist, diese Art von Einkauf verbessert die Optimierungsmöglichkeiten.

AdFraud nimmt zu – Brand Safety wird immer wichtiger

Die Zahl an Betrugsfall-Beispielen steigt in letzter Zeit stetig, insbesondere bei Video-Werbung. Dies liegt daran, dass Werbetreibende bereit sind, mehr in Video-Werbung zu investieren.

Hier möchte ich auf unseren aufschlussreichen Artikel, der weiter auf das Thema eingeht, verweisen: https://www.mediaschneider.com/de/portfolio/brand-safety-und-fraud-detection/

Gemäss Philipp Semmler erwartet uns die Attribution und die Verknüpfung von Online und Offline über die Ortung der Devices. Der nächste Challenge für die Mediaplanung ist das Machine Learning. Wir werden in nächster Zukunft anhand Machine Learning echte Empfehlungen erarbeiten können, was zu interessanteren Resultaten führen wird.

Multiscreen-Nutzung & Customer Journey

Am zweiten Tag führte uns Thomas Schrämli von Schrämli Consulting am Vormittag durch die Grundsätze und Vorgehensweise der Multiscreen-Nutzung und des Consumer Journey. Die Vielfalt der Touchpoints auf der Reise des Konsumenten vor einem Kauf ist beeindruckend und regt die Kreativität an. Sogleich habe ich mir überlegt, wie ich Kampagnen medial ausrichten könnte, um die Zielgruppe noch genauer anzusprechen.

Gemäss Schrämli müssen bei der Multiscreen Planung in erster Linie die Zielgruppe und die Zielsetzung beachtet werden. Der Zugang zur Zielgruppe, die Formate und die Kreation gehören aber ebenso dazu. Kanal und Botschaft rücken immer näher zusammen und kohärente Inhalte sind gefragt.

Meiner Ansicht hätte das Thema von Thomas Schrämli auf einen vollen Tag ausgedehnt werden können, da es unheimlich spannend und umfassend ist.

Herzlichen Dank an die IGEM und die Referenten für die interessanten Präsentationen, Diskussionen und die Inspiration.

 

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Wie man grosse Datenmengen effektiv nutzen kann oder einfach «Hoy Custom Audience»

Die Verarbeitung der riesigen Datenmengen, die für die Werbebranche enorm wichtig sind, wird immer komplexer. Mediaschneider beschäftigte sich bereits vor der Gründung von Hoy im Juli 2016 intensiv mit der Frage, wie Werbebotschaften effektiv und effizient an Zielpersonen gesendet werden können.

Die auf dem Markt verfügbaren Targeting-Lösungen, wie jene von Facebook oder Google, können nur auf deren eigenem Inventar genutzt werden. Hoy hat auch Daten von Drittanbietern getestet, diese funktionierten in der Schweiz leider gar nicht oder nur sehr eingeschränkt. Deshalb kooperierte Hoy mit dem Schweizer Hightech-Startup 1plusX, um eine massgeschneiderte Targeting-Lösung zu entwickeln: Die Hoy Custom Audience.

Aus der grossen Datenmenge, die laufend in die Hoy Custom Audience einfliesst, werden Profile definiert. Dabei kommen verschiedene Methoden aus der Artificial Intelligence, zum Beispiel Deep Learning, zum Einsatz. Die daraus entstandenen Profile können je nach Kundenwunsch beliebig zusammengestellt und über das gesamte Programmatic-Netzwerk angesteuert werden. Im Gegensatz zu anderen Targeting-Lösungen ist die Hoy Custom Audience absolut flexibel und transparent.

Mit der Hoy Custom Audience bietet Hoy eine einsatzbereite und zu hundert Prozent auf Daten gestützte Targeting-Lösung an. Die Themen Audience und Targeting werden die Werbebranche in Zukunft sicherlich weiterhin beschäftigen. Hoy ist stolz, einen ersten und wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht zu haben.

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Auswirkungen der Digitalisierung auf die Marktforschung

vsms-Impulsveranstaltung 8. Juni 2017, Volkshaus Zürich

Beobachtet man die mediale Berichterstattung so kommt man rasch zum Schluss: Digitalisierung ist das Thema der Stunde – und wird es wohl noch eine Weile bleiben. Das zeigt unter anderem das Ranking der stärksten Schweizer Marken (Markenstunde BrandAsset Valuator von Y&R Switzerland), das eben veröffentlicht worden ist: Erstmals befinden sich fünf digitale Brands in den Top 20.

Auch auf Bundesebene wird die Digitalisierung zurzeit ins Visier genommen: Der «Beirat Digitale Transformation» wurde soeben ins Leben gerufen, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

Aber was bedeutet die Digitalisierung nun für die Markt- und Medienforschung? Vor welchen Herausforderungen steht die Forschung angesichts der Digitalisierung in den verschiedenen Branchen? Im Rahmen der diesjährigen vsms-Impulsveranstaltung referierten der Blogger, Microblogger und Strategieberater Sascha Lobo und der Verantwortliche für das New Business Development in der Digital Business Unit der Swisscom Jürgen Ziehfreund.

Eins vorweg: Der Blogger Sascha Lobo brauchte nicht eine Fülle von komplizierten PowerPoint-Charts, sondern er schaffte es mit scharfer Zunge und mit treffenden Bildern das zu beschreiben, was er dem interessierten Publikum nahebringen wollte: Wir sind alle mehr oder weniger «bekloppte» Konsumenten, welche datenbegeistert sind und (nonstop) Datenströme produzieren. Daher der Appell an die Marktforscher von morgen – aber möglichst bald: Folgt den Konsumenten in Realtime, sonst läuft euch (und den Unternehmen) den Datenstrom davon.

Sascha Lobo betonte mittels treffenden Beispielen, wie einfach heute Datenströme zustande kommen und wie gross die Fülle ist. Vieles hat sich verändert, so hat sich auch eine digitale Ungeduld unter den Konsumenten breitgemacht: Wir sind heute beispielsweise nicht mehr willig, Tage auf einem Bank-Transfer zu warten, sondern das soll möglichst jetzt und sofort passieren. Die Künstliche Intelligenz «Artificial Intelligence AI» (übrigens heute auch in aller Munde) ist bereits Realität: Mustererkennung auf Speed, wie zum Beispiel ein Restaurant-Besuch via Mobile «begleitet» wird. Den Vortrag von Herr Logo lässt sich in Worte schlecht beschreiben, man muss ihn erlebt haben. Apropos Emotionen, noch eine Anekdote: Der Datenstrom führt irgendwann mal zum sogenannten «Grusel-Moment»: Wie weit kann die Digitalisierung gehen? Soweit, dass wir «Brain connected to Web» unser Restaurant aussuchen? Ja, gruselig. Und ehrlich gesagt, jeder Mensch empfindet diesen Grusel-Moment, doch (noch) kein Mensch gibt das offen zu.

Nun mag der Appel von Sascha Lobo an die Marktforscher von morgen für den Leser als eine banale Erkenntnis erscheinen: doch die Marktforschung nimmt oftmals eine eher passive, beobachtende Rolle ein; für Lobo fehlt die beratende Komponente. Dies sollte sich aber morgen – am besten heute schon – ändern, so auch die Sicht von Jürgen Ziehfreund von der Swisscom. Für die Swisscom ist es zentral, die Kundenbedürfnisse von heute und morgen zu verstehen. Der Markt habe sich verändert, wie zum Beispiel der Untergang von Kodak bedingt durch die Vernachlässigung der Digitalisierung.

Auch die Betrachtungsperspektive habe sich klar verändert: «Online war gestern, heute ist bereits Digital». Auch wenn die Swisscom in den letzten Jahren flache Finanzzahlen aufweist, die interne Entwicklung zeigt ein turbulentes Bild, wie z.B. der drastische Umsatzeinbruch von SMS und Festanschlüssen. Diese und weitere Entwicklungen liessen sich nur durch eine permanente Anpassung des Angebots aufhalten. Die Swisscom wie auch andere Firmen mussten sich wegen der Digitalisierung auf neue Gebiete spezialisieren. So wurde bei der Swisscom die Unit Digital Business gegründet, welche laufend Partnerschaften u.a. mit der Admeira, Siroop, etc. pflegt. 

Was heisst das alles nun für die Marktforschung? Am Beispiel der App «localgusto», welches auf dem Testmarkt Luzern in Zusammenarbeit mit local.ch und Swisscom Directories AG lanciert wurde, wird deutlich, dass die Marktforschung zum «in-built»-Teil der Produktentwicklung wird. Methodisch wird aus Effizienzgründen weiterhin via Online-, Smartphone- und VOC Befragungen bevorzugt eingesetzt. Auch werden vermehrt qualitative Methoden wie persönliche Kundeninterviews eingesetzt um direktes Feedback einzuholen. Die streng repräsentativen Erhebungen werden mit gezielten fallbezogenen Stichproben von «interessierten Panels» ersetzt um die zunehmend schwierige Quotenerreichung zu umgehen. Ja, es sind viele Veränderungen die Swisscom anstrebt.

Es braucht heute nicht weniger Marktforschung, sondern eine andere Art der Forschung, so Ziehfreund. Die Marktforschung soll Kernbestandteil der Customer Experience werden: Über die Einbindung der Kunden bei Prototyping, Testing etc. können diese «iterativ in transversalen Teams» an der Produktentwicklung teilnehmen. Das heisst so gut wie die schrittweise Begleitung von Gesamtprojekten in bereichsübergreifenden Arbeitsgruppen. Kunden-Insights sind somit nicht mehr alleine Aufgabe der Marktforschung.

Nicht alle Entwicklungen und Zukunftsaussichten, die Ziehfreund in seinem aufschlussreichen Referat geäussert hat, gefielen dem Publikum, das grösstenteils seit vielen Jahren in der Marktforschung tätig ist. Als Ziehfreund die Aussage in den Raum stellte, dass «die richtig grossen Innovationen ab nun nicht mehr von der Marktforschung kommen werden», ging ein Raunen durch den Saal.

Beide Referate haben viele Inputs geliefert und zum Nachdenken angeregt. In einem waren sich beide Referenten einig: Den Marktforscher von morgen braucht es noch, nur wird die Rolle sich etwas verändern (müssen).

Autorin: Serafina Dima, Analyse & Insights

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Screenforce Day – 11. Mai 2017 – Samsung Hall, Dübendorf

Quelle Bild: https://screenforce.ch/screenforce-day-2017/ 

 

Am Screenforce Day versammelt sich die Schweizer TV-Branche: Alle waren mit dabei an diesem Donnerstagnachmittag in Dübendorf: Vermarkter, Agenturen, Kunden aber auch Marktforscher und selbstverständlich Mediaschneider mit Silja, Eliane und Markus.

Das Auftaktreferat hielt Prof. Dr. Franz Rudolf Esch, sein Thema „Real, digital, social, egal. Hauptsache Marke“. Er wies darauf hin, dass für Markterfolg nach wie vor zentral ist, dass eine Marke geliebt und gelebt wird. Bei 73 % der Marken ist dies nicht der Fall, sie werden in Studien als bedeutungslos bezeichnet. Weiter erläuterte Esch, dass aktuell jedes Jahr die Menge von fünf Exabyte (=fünf Trillionen, d.h. fünf plus 18 Nullen) an Informationen digital gespeichert werden. Prognosen sagen voraus, dass es im Jahr 2020 bereits 44 Exabytes sein werden.

Der Informationsüberfluss ist ein weiterer Punkt im Referat von Esch. Nur 0.04 % der Informationen und Botschaften, die wir täglich erhalten, bleiben hängen. 20 bis 50 % der Kaufentscheide, die wir fällen, sind durch Word of Mouth beeinflusst – aber nur 10 % des WOM findet online statt.

Als nächste stellen Roland Kopf, Director Research bei Admeira, und Roman di Francesco von whoch2, ein Spin-off der Universität Bern, die Studie „Screen Effect“ vor. Die Studie verglich die Aufmerksamkeit der Probanden beim Konsum von Bewegtbildern auf dem TV und auf Mobile-Screens. Für diese Messungen wurden Wärmebildkameras eingesetzt. Es hat sich gezeigt, dass das TV-Gerät nach wie vor mehr Aufmerksamkeit erhält als die Mobile-Screens – auch, wenn beide gleichzeitig in Verwendung sind.

Hillevi Lausten, Head of Media bei Jimdo, war die nächste Rednerin. Sie stellte die Jimdo-TV-Kampagne vor und lancierte ihren Auftritt entsprechend mit der Frage: „Kann ein Online-Unternehmen offline gehen?“. Mehrere Testläufe waren notwendig, das Team musste sich in TV-Kennzahlen einarbeiten und viele Auswertungen wurden gemacht aber nach Abschluss der Jimdo-TV-Kampagne in Deutschland zeigte sich, dass die Frage mit ja beantwortet werden kann. Das Ergebnis war sogar sehr positiv, die Kampagne wird mittlerweile als Erfolgsstory bezeichnet. Sie wurde dann von Deutschland auf die Schweiz ausgedehnt und musste für den hiesigen Markt natürlich angepasst werden. Die Massnahmen haben bisher aber auch hier gut angeschlagen.

Es folgte der Auftritt von Dr. Tanja Hackenbruch und Dr. Mirko Marr, beide von der Mediapulse AG. Sie sprachen über die Zukunft der TV-Forschung. Granulation und Abdeckung sind die zwei Problemfelder in diesem Bereich: Das TV-Panel ist zu klein und die Betreiber sind – aus Kostengründen – nicht bereit, dieses zu vergrössern, die Messgenauigkeit kann entsprechend nicht verbessert werden. Ein aktueller Lösungsansatz ist ein hybrides Modell mit Panel- und Nutzungsdaten aus verschiedenen Quellen. Dabei wird aber die Bruttoreichweite gemessen (IPTV, Kabelnetzbetreiber etc.), das heisst, die Nettoreichweite müsste hochgerechnet werden. Die ideale Lösung ist noch nicht gefunden. Auf welches Vorgehen sich alle Involvierten einigen können, steht noch offen. Klar ist einzig, dass sich die TV-Forschung weiter entwickeln muss.

Zum Abschluss lieferten sich Martin Krapf, Screenforce, und Tom Hanan, Webrepublic, ein Wortgefecht. TV versus Youtube war das Thema. Danach wurden die Teilnehmer auf der Dachterrasse an der Halli-Galli-Bar mit einem Apéro Riche verwöhnt und der Austausch zwischen Teilnehmern und Referenten fand bilateral seine Fortsetzung.

Autoren: Silja Achermann und Eliane Müller 

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