Social Media

TikTok kurz erklärt

Dieser Artikel bietet eine Einführung in die Social Media-Plattform TikTok.

Inhalt

Was ist TikTok?

Seit ein paar Monaten ist TikTok in aller Munde, trotzdem ist die neue Social Media Plattform für viele noch nicht so richtig greifbar. TikTok hiess früher Musical.ly und ist eine Social Video App. Im Gegensatz zu beispielsweise Instagram gibt es auf dieser Plattform ausschliesslich Video Content.

Statische Bilder sucht man hier vergebens. Rund 70% der Nutzer sind zwischen 16 und 24 Jahre alt, womit das Publikum ausgesprochen jung ist. Der Mutterkonzern von TikTok ist der Chinesische Konzern ByteDance, was in Bezug auf Datensicherheit und Zensur immer wieder zu Kontroversen führt.

Die Userstruktur

TikTok ist zur Zeit die am schnellsten wachsende Social Media Plattform weltweit. Seit Dezember 2019 ist die App immer in den Top 3 aller Download-Charts zu finden.

Genau dieses Wachstum führt dazu, dass alle Welt über TikTok spricht, egal ob man nun selbst schon einen Account besitzt oder nicht. Die Werbetreibenden wissen, dass hier etwas Grosses auf sie zukommt und keiner möchte den Einstieg verpassen.

Leider ist es jedoch aktuell in der Schweiz immer noch nicht möglich, Werbung auf der Plattform einzubuchen. Die Aufschaltung des Ads Managers für die Schweiz wurde zwar auf Q1 2020 versprochen, es ist jedoch anzunehmen, dass sich der Launch auf Grund der Corona-Krise um einige Monate nach hinten verschiebt.

Wie bereits erwähnt, ist die Userstruktur auf TikTok sehr jung. Da der Ads Manager für die Schweiz noch nicht gelauncht wurde, gibt es für die Schweiz bisher auch noch keine genauen Zahlen zu den Usern. Wir können uns jedoch ungefähr an den Zahlen aus Deutschland orientieren.

Der Aufbau der App

Home

Beim Öffnen der App wird der User direkt auf den Newsfeed geleitet, welcher bei TikTok «Für dich» heisst und in der Kategorie «Home» untergebracht ist.

Im Gegensatz zu anderen Plattformen, wie beispielsweise Instagram, werden dem User anstelle von Beiträgen aus seinem Netzwerk zuerst Videos aus der ganzen Welt präsentiert. Diese Vorschläge basieren auf dem bisherigen Verhalten auf TikTok (welche Videos wurden besonders oft/lange angesehen, was hat der User geliked oder kommentiert, etc.).

Erst wenn der User auf «Folge ich» klickt, bekommt er Inhalte von den Personen und Publishern zu sehen, die er abonniert hat.

Screenshot des Home Screens mit der Kategorie "Für dich" aus der App von TikTok

Entdecken

In der Kategorie «Entdecken» findet der User Vorschläge zu Hashtags, unter denen er bereits Inhalte angesehen, geliked oder kommentiert hat. Ebenfalls gibt es hier ein Suchfeld, über welches spezifisch nach bestimmten Themen oder Personen gesucht werden kann.

Screenshot der Kategorie "Entdecken" aus der App von TikTok

Posteingang

Hier wird der User über neue Abonnenten informiert und sieht Nachrichten, welche er von seinen Abonnenten erhalten hat.

Ich

Unter «Ich» kann das eigene Profil verwaltet werden. Ausserdem findet der User hier Videos, die er geliked oder mit einem Bookmark versehen hat.

Die Bedienung

Der Aufbau der App ist also überschaubar und einfach zu verstehen, was sicher auch ein Grund für den enormen Erfolg von TikTok ist. Und wie sieht es mit der Bedienung aus?

Hashtags

Auf TikTok werden die Inhalte über Hashtags strukturiert. Durch diese werden die Videos einem bestimmten Thema zugeordnet und gefunden. Die User rufen sich damit gegenseitig zu Challenges auf, was weit am meisten Content in der App generiert. Darunter sehr beliebt sind die Lipp-Sync-Challenges.

Beiträge teilen

Geteilt werden können die Videos merkwürdigerweise nur ausserhalb der App. Dafür geht das da sehr einfach. TikTok ist die erste Social Media Plattform, die das Versenden von Videos als Datei ermöglicht, zum Beispiel über WhatsApp. Der Empfänger braucht selbst keinen TikTok Account, um sich dann das Video ansehen zu können. Wer also Content auf TikTok veröffentlicht, sollte sich bewusst sein, dass er die Kontrolle über sein erstelltes Material damit komplett aus der Hand gibt.

Das Duett

Wer in der App selbst ein Video mit seinen Abonnenten teilen möchte, dem bleibt nur die Möglichkeit eines Duetts.

Ein Duett erstellt man, in dem man mit einem eigenen Video auf das bestehende Video eines anderen Nutzers reagiert. Der Bildschirm wird dabei vertikal in zwei Hälften geteilt. Rechts bleibt das Original-Video stehen und links erscheint das neuen Duett-Video. Ein Ersteller kann jedoch seine Videos so einstellen, dass damit keine Duette erstellt werden können, wenn er das wünscht.

Screenshot eines Duetts aus der App von TikTok

Creator Tools

TikTok lebt durch die kreativen Inhalte, welche von den Usern gepostet werden. Um es den Leuten möglichst einfach zu machen, gute und kreative Videos zu erstellen, bietet die App eine umfangreiche Palette an Creator Tools, welche dem User gratis zur Verfügung stehen. Darunter befinden sich beispielsweise diverse Augmented Reality (AR) Lenses, eine riesige Musikbibliothek oder sogar eine Greenscreen Funktion, die mit jeder einfarbigen Wand funktioniert. Damit sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt.

Screenshot eines Videos, bei dem die Greenscreen Funktion in der App von TikTok genutzt wird

Marketing auf TikTok

Wie bereits angekündigt, soll das Selfserving Tool für TikTok Ads in der Schweiz bald lanciert werden. Sobald es so weit ist, brauchen Firmen für Werbung auf TikTok vor allem eines: witzigen, selbst erstellten Video Content.

Plumpe Werbung und PR werden auf dieser Plattform wenig Chance haben. Die User erwarten von TikTok genau eine Sache: sie wollen unterhalten werden. Wer dies im Hinterkopf behält, hat gute Chancen, mit TikTok Ads durchzustarten, sobald diese bei uns verfügbar sind. Wer sich jetzt schon mit den Funktionen des Ads Managers befassen möchte, findet bei Adsventure eine ausführliche Anleitung.

Selbstverständlich können Firmen bereits jetzt anfangen, ihren eigenen TikTok Channel aufzubauen und mit Inhalten zu bestücken. Wieso auf das Ads Tool warten? Mit organischem Content können die User auch jetzt schon erreicht werden. Positive Beispiele für organischen Content bieten beispielsweise der Account von @zalando.

Eine weitere Möglichkeit sind Influencer-Kooperationen, wie wir sie bereits von anderen Plattformen kennen. Es empfiehlt sich, mit einer Influencer Agentur zu arbeiten und sich gut zu überlegen, welche Influencer zur Firma und zum Produkt passen. In diesem Blogbeitrag können Sie mehr über die Zusammenarbeit mit Influencern erfahren.

Über bezahlte Kooperationen kann beispielsweise eine eigene #-Challenge gestartet werden. Ein Beispiel dafür ist die #punicadance Challenge, bei der zu einem Duett mit den tanzenden Früchten aufgerufen wurde. Um die Challenge in Gang zu bringen, wurden einige Influencer als erste Duett-Partner bezahlt. Für eine solche Aktion liegen die Kosten allerdings eher im 5-stelligen Bereich.

@_punica_deutschland

Ihr habt uns eure besten Fruit-Moves gezeigt! Vielen Dank an alle für’s Mittanzen! ##PunicaDance

♬ Originalton – _punica_deutschland

Fazit

Die Ausbreitung von TikTok lässt sich nicht mehr aufhalten. Das belegen die stetig steigenden Download-Zahlen. Die App besticht durch ein einfaches Design, ein einfaches Konzept und durch einen enorm hohen Unterhaltungswert.

Wer für die Zukunft gerüstet sein will, sollte sich bereits heute überlegen, ob TikTok für seine Firma und für seine Produkte eine relevante Plattform ist. Falls die Antwort ja lautet, sollte jetzt mit dem entwerfen einer Strategie und möglichst auch bereits mit dem Aufbau des organischen Contents begonnen werden.

Wer den Start der Ads Plattform in der Schweiz nicht mehr abwarten will, kann allenfalls über Influencer Agenturen bereits jetzt damit beginnen seine Kundschaft auf TikTok anzusprechen.

TikTok ist bestimmt nicht für jede Firma das Richtige. Wie auch bei Instagram oder SnapChat muss die Interaktion mit der jeweiligen Zielgruppe strategisch Sinn machen. Aber wenn die Plattform zu den Produkten passt, ist jetzt die Zeit für den Einstieg gekommen.