Trends

Radiodaten: Neu inklusive Nutzung Webradios

Dank neuer Messmethodik in der Radioforschung werden neu auch die Hörer von Webradios und DAB+ in die Forschung miteinbezogen. Die dadurch erwartete Erhöhung der Nutzung ist jedoch nur minimal.

Die neue Messtechnologie

Per 01.01.2013 wurde die Messmethodik erweitert und es werden neu Nutzungen über Verbreitungsvektoren mit bis zu 60 Sekunden Verzögerung erfasst. Bei der Nutzung über DAB+ oder Webradios beträgt die Verzögerung erfahrungsgemäss ca. 4-8 Sekunden. Es werden alle Sender gemessen die in der Schweiz entweder über UKW, Kabel oder DAB+ empfangbar sind. Reine Webradios wie Sky.fm und die Energy Channels Dance, Black etc. werden nicht gemessen.

Die Messung im Mediapulse Radiopanel erfolgt mit der Mediawatch von GfK, einer Armbanduhr mit integriertem Mikrophon. Die Uhr zeichnet alle 20 Sekunden für vier Sekunden den Umgebungston auf und erfasst so Radioprogramme, welche die Testperson hört. Eine Testperson trägt die Uhr jeweils an sieben Tagen während 24 Stunden und schickt sie anschliessend retour ins Labor. Dort werden die gespeicherten Informationen aus der Uhr ausgelesen und mit einer Referenzdatenbank der gesendeten Radioprogramme abgeglichen. Mit diesem sogenannten Audiomatching können die Tonschnipsel den richtigen Radiosendern zugeordnet und die Radionutzung auf 20 Sekunden genau erfasst werden.

Für die Referenzdatenbank werden täglich rund um die Uhr etwa 180 Schweizerische und ausländische Radioprogramme aufgezeichnet. Ungefähr 18 Tage nach einem Messtag sind alle Messuhren wieder im Labor eingetroffen und der Abgleich für die Identifizierung der Radiosender kann gerechnet werden. Um die gesamte Radionutzung der rund 1’000 Uhren, die jeden Tag im Einsatz sind, zu erkennen, muss ein Computer 1’300’000’000 Vergleiche durchrechnen.

Spannende Insights zur Nutzung

Die Erhöhung der Nutzung ist tiefer ausgefallen als erwartet. Vor allem die ausländischen Sender und kleinere Privatradios wie FM1 und Grischa haben zugelegt. Bei viele anderen Sender hat sich die Nettoreichweite in % nicht signifikant verändert (SRF1, Energy ZH, Zürisee, Radio1, 105) oder sie haben sogar verloren (Radio 24, SRF2, SRF3).

Diese minimale Erhöhung kommt daher, dass viele grösseren Privatradios und auch die SRG Sender bereits vor ca. 2/3 Jahren auf die angestiegene Nutzung von Webradios und DAB+ reagiert haben. Sie haben die alte Methodik (Verzögerungen von bis zu 4″ wurden gemessen) überlistet und ihr  Normalprogramm auf UKW verzögert ausgestrahlt, so dass die Mediawatch die Webradio und DAB+ Nutzung bereits mitmessen konnte.

Daten Deutsche Schweiz im Überblick
  • D-CH Total: Nettoreichweite wurde von 88.5% auf 89.1% ausgebaut. Die Hördauer ist von 125.5 auf 123.7 Minuten gesunken.
  • Total SRG D-CH: Nettoreichweite ist von 67.5% auf 65.1% gesunken. Die Hördauer ist von 107.8 auf 109.9 Minuten angestiegen.
  • Total Private D-CH: Nettoreichweite wurde von 51.9% auf 53.9% ausgebaut. Die Hördauer ist von 64.5 auf 62.2 Minuten gesunken.
  • Total Ausland D-CH: Nettoreichweite wurde von 22.0% auf 28.2% ausgebaut. Die Hördauer ist von 22.0 auf 18.2 Minuten gesunken.

In den anderen beiden Sprachgebieten zeigt sich ein ähnliches Bild.
Quelle: http://www.mpgruppe.ch/de/radio/publikationen/semesterzahlen.html