Forschung

Der Radiokonsum bleibt stark

Die neuesten Zahlen von Mediapulse zeigen: Radio ist nach wie vor ein beliebtes Medium. Ob zuhause in der Küche, am Computer, unter der Dusche oder unterwegs im Auto. Das Radio bleibt ein steter Begleiter des Schweizers. Satte 83% hören in der Deutschschweiz täglich Radio, während es in der Westschweiz 80% sind. Das Radio affine Tessin kommt gar auf 87% Hörer.

Mediapulse veröffentlicht zweimal jährlich zu Beginn des Semesters die offiziellen Nutzungszahlen des Schweizer Radiokonsums. Die Werte umfassen das Kabel, UKW, DAB+ und Internet in der Bevölkerung ab 15 Jahren. Die Daten gelten als offizielle Radiowährung und werden von den Radiosendern für die Programmoptimierung genutzt sowie in der Werbewirtschaft für den Verkauf von Werbespots. Aufgrund einer zum Jahresbeginn 2018 eingeführten neuen Methodik ist ein Vergleich zu den Radionutzungsdaten von 2017 nicht mehr möglich.

Zwar ist allgemein ein kleiner Rückgang im Radiokonsum festzustellen, lag die tägliche Nutzung vor acht Jahren noch bei 90%. Dennoch befinden sich die Werte mit 80% nach wie vor auf einem beachtlichen Niveau.

Naturgemäss führen die Sender der SRG SSR mit ihren flächendeckenden Verbreitungsgebieten den Schweizer Markt an. Im deutschsprachigen Raum kommen diese auf 58% Nettoreichweite, was umgerechnet 2’897’000 Hörern entspricht. 2016 lagen diese noch bei 62%. Die Westschweiz erreichen in den neuesten Zahlen 53.5%, was einen Rückgang von 3.6% im Vergleich zu 2016 (57.1%) ausmacht. Das Tessin wiederum weist mit 70.5% kaum eine signifikante Veränderung auf.

Ein Shift in den Marktanteilen macht sich allerdings bemerkbar: So erreicht die SRG heute in der Deutschschweiz 60% im Gegensatz zu 65% vor drei Jahren. Vom Verlust der SRG profitieren allen voran die Privatradios, deren Marktanteile mittlerweile auf 35% angestiegen sind. Die Suisse romande wuchs auf 28% an (+5%), die Svizzera italiana kommt auf knapp 20% (+4.5%).

Die durchschnittliche Hördauer der Deutschschweizer weist darauf hin, dass die Hörerinnen und Hörer in der Schweiz nach wie vor das Radio einschalten. Es bedarf einem Langzeitvergleich, um eine Veränderung festzustellen: Ein Rückgang von fast 10% seit den im 2011 gemessenen 130 Minuten war im 1. Semester noch erkennbar – bloss um dann festzustellen, dass im 2. Semester die durchschnittliche Hördauer pro Person wieder auf fast 125 Minuten angestiegen ist. Mit einer sinkenden Hördauer haben jedoch die Westschweizer zu kämpfen. Dort sind es 20 Minuten weniger als noch 2011. Das Tessin verzeichnet dagegen einen Verlust von lediglich 3 Minuten.

Im Gewirr von Gewinn- und Verlustzahlen gehen besonders folgende Privatstationen als Sieger hervor: Sender wie LFM, One FM und Rouge FM sind klar die beliebtesten Westschweizer Stationen. Energy Zürich, Radio24, Pilatus und FM1 geniessen hingegen die grösste Beliebtheit in der Deutschschweiz – hinter den SRG-Hauptsendern, versteht sich.