Trends

D:PULSE – der neue Digital Marketing Event in Zürich

Die Schweiz hat einen neuen Digital Marketing Event: Er hat unter dem Namen D:PULSE am 22. Februar im Volkshaus Zürich zum ersten Mal stattgefunden. Das Programm enthielt Aspekte einer internationalen Konferenz und war Plattform für die nationale Branche. Keynotes, Workshops und Masterclasses zu Themen wie Programmatic Advertising, Influencer Marketing und Native Advertising versprachen einen sehr vielfältigen Tag.

Der Ansturm auf die Veranstaltung war gross. Der Hauptsaal, in dem die Keynotes stattfanden, war bis auf den letzten Platz gefüllt und zu den Master:Classes wurden nach Beginn der Veranstaltungen jeweils keine Gäste mehr zugelassen.

Ein Mediaschneider-Team nahm teil, berichtet hier von ausgewählten Veranstaltungen und beurteilt, ob sich die Erwartungen in Bezug auf Inspiration, Networking und Wissensvermittlung erfüllt haben.

Showcase: Maths & Arts: When Programmatic meets Creativity

Jerome Cochet, Zalando; Ian Haworth, Wunderman; Bill Swanson, Pubmatic

Das Thema Programmatic Advertising darf aktuell auf keiner Fachveranstaltung fehlen. Die Erwartungen an diese Programminhalte waren entsprechend hoch. Der Titel des Showcase versprach eine spannende Diskussion zur Verwendung von Daten, damit nicht nur die passenden Cookies programmatisch bedient, sondern auch die entsprechenden Werbemittel komplett dynamisch auf den einzelnen User zugeschnitten werden können.

Jerome Cochet von Zalando stellte den TV-Case mit Cara Delevingne vor. Sie hatten in diesem Fall 900 verschiedene TV-Spots produziert. Wie diese automatisiert resp. was programmatisch abgelaufen ist, dazu hat er sich nicht geäussert.

Ian Haworth von Wunderman präsentierte den Case einer Fantasy-Football-League in England. Dabei wurden die Fussballfans mit individuellen Sujets ihrer Teams angesprochen. Wie bzw. aus welchen Daten ermittelt wurde, ob ein User zum Beispiel Chelsea oder Arsenal Fan ist, hat er nicht erklärt.

Als Dritter hat Bill Swanson von Pubmatic ein Foto einer Tram Haltestelle gezeigt. Das dort platzierte City-Light Poster verfügte über ein Sujet, das nur bei Regen ausgegeben wurde.

Die Erwartungen an diesen Programmpunkt wurden leider enttäuscht. Insights zur Datennutzung gab es keine, ebenso wenig wie sonstige neue Erkenntnisse oder Learnings.

Insights: Brand Storytelling & Influencer Marketing: What stays, what changes?

Cielle Noire, Youtuberin, Bloggerin; Robert Wolff, Mediakraft Networks; Tanja Mehler, Olympus Europa; Florian Zühlke, TLGG

Das Thema Influencer Marketing war auf der D:Pulse stark vertreten, da es mittlerweile auch in der Schweiz sehr aktuell ist – obwohl es bei uns, aufgrund der Mehrsprachigkeit, noch eine Sonderrolle einnimmt.

Die Youtuberin Cielle Noire, Tanja Mehler, die Marketing Communication Managerin bei Olympus Europa, Robert Wolff von Mediakraft Networks und Florian Zühlke von TLGG diskutierten die Frage «Brand Storytelling & Influencer Marketing: What stays, what changes?» und vermittelten spannende Insights.

In der Schweiz sind mittlerweile viele Unternehmen daran, dieses neue und beliebte Marketing-Instrument zu testen. Dabei müssen sie jeweils entscheiden, ob sie eine langfristige, vielleicht jahrelange, Zusammenarbeit aufgleisen möchten oder eine kurzfristige Kooperation eingehen, um zum Beispiel die Aufmerksamkeit auf ein neues Produkt zu lenken.

Unabhängig davon gilt es, für die jeweilige Marke resp. das Produkt, den richtigen Influencer zu finden. Damit dies optimal gelingt, müssen sich Unternehmen sehr genau mit ihrer Zielgruppe auseinandersetzen und anschliessend untersuchen, ob die Follower der Influencer dazu passen.

Sind diese ersten Schritte absolviert und der richtige Partner gefunden worden, muss die Authentizität der Posts im Zentrum stehen. Das heisst, das Unternehmen muss beim Influencer Begeisterung für das Produkt wecken und eine loyale, vertrauensvolle Geschäftsbeziehung aufbauen.

Olympus hat vor zweieinhalb Jahren europaweit eine Influencer-Partnerschaft lanciert. Sie haben seither eine eigene Community formiert, pflegen mit dieser intensiven Austausch und haben damit bei den Influencer Brand Love und Loyalität aufgebaut. Dies wiederum hat massgeblich zur Neupositionierung der Marke und zu neuen Zielgruppen-Potentialen geführt.

Der Case von Olympus ist ein spannendes und erfolgreiches Beispiel einer festen Integration des Influencer Marketings in den Marketing-Mix. Für junge Brands, die auf authentischen Content setzen, wird dieses Marketing-Instrument sicher weiterhin auf dem Vormarsch sein.

Workshop: Warum teures Inventar besonders interessant ist. Trends und Strategien für Publisher im Premiummarkt

Torben Heinmann, Improve Digital Managing Director DACH

Improve Digital ist eine der grössten und relevantesten Supply Side Plattformen (SSPs) im Raum DACH und fokussiert auf die Umsatzmaximierung seitens Publisher.

Torben Heinmann stellte in seinem Workshop fünf mögliche Programmatic Set-ups für Publisher vor:

Der Anfang macht das Wasserfall-Prinzip, das Torben Heinmann als altmodisch bezeichnet. Bei diesem Vorgehen legt der Publisher jede Kampagne als separate IO an, ein Wettbewerb findet so nicht statt. Im Schweizer Markt dürfte dies die aktuell verbreitetste Vorgehensweise sein. Darauf folgen das klassische SSP Set-up, das Header Bidding sowie das semi-holistische Modell.

Mit dem fünften und vollständig holistischem Set-up erzielt der Publisher bei maximaler Kontrolle den höchsten Gewinn. Dies, weil alle Kampagnen, ob klassische Direktbuchung oder programmatischer Request, in das Bidding miteinbezogen werden. Das treibt den Einkaufspreis zwar nach oben, hält aber auch mehr freies Volumen für die Advertiser bereit. Gemäss Improve Digital hat Tamedia diese Variante bereits für Videowerbung getestet.

Der letzte Programmpunkt mit JC Oliver von 31Flavas, Unlock’d – er wird wegen seiner Sprechgeschwindigkeit auch das Maschinengewehr genannt – behandelte das Thema «The New Paradigm of Uncertainty & why it’s the key to your success». Nach diesem Closing-Keynote sass JC Oliver auf dem «heissen Stuhl» und musste sich den Fragen des Moderators stellen.

Das Programm der D:Pulse war insgesamt abwechslungsreich und meist sehr spannend. Fireside Chats, Debatten und der «heisse Stuhl» lockerten die Veranstaltung immer wieder auch auf. Für die nächste Ausgabe wünschen wir uns mehr Inhalte, die über das fachliche Grundwissen hinausgehen. Damit der Tag nicht zu einer Lobeshymne auf die Branche ausfällt, wäre es unserer Meinung nach wichtig, gewisse Themen auch kritisch zu hinterfragen.

Mehr zu D:Pulse: dpulse.ch